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Presseaussendung des Landes Tirol
vero / 07.08.2009 11:14
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Tirol  Energie  Strom  Umwelt  Kramsach  Heizung  Aktiv-Wohnanlage 

In Kramsach in Tirol fand am 6. August 2009 unter Beisein von LHStv Anton Steixner und LHStv Hannes Gschwentner der Spatenstich zu Österreichs erstem Modellprojekt einer energie-neutralen Aktivhaus-Wohnanlage mit 45 Einheiten und einem Investitionsvolumen von 10 Mio. Euro statt. Ebenfalls anwesend waren beim Spatenstich Bgm. Manfred Stöger, Passivhaus-Papst Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Feist von der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften der Universität Innsbruck, Mag. Klaus Meyer vom Cluster Erneuerbare Energien Tirol der Tiroler Zukunftsstiftung und Aktiv Klimahaus-Chef und Bauherr Martin Partoll.

Wer heute eine Wohnanlage am aktuellen Stand der Technik plant, baut eine sogenannte „Passivhaus“-Anlage. 
Im Gegensatz zur herkömmlichen Bauweise sparen Passivhäuser ihren Bewohnern rund 90 Prozent der Heizkosten bei 8 Prozent höheren Investitionskosten.
Aufbauend auf diesem erfolgreichen Modell steht nun seine Weiterentwicklung, das energie-neutrale „Aktivhaus“, in den Startlöchern.
Es soll seinen Bewohnern sogar 100 % Heizkosten und darüber hinaus auch noch die Stromkosten für die Wärmepumpe und den Haushalt sparen. 
Im besten Fall erwirtschaftet eine Aktivhaus-Wohnanlage sogar einen Überschuss an Energie, der ins öffentliche Netz eingespeist wird.
Dass der Wohnungskauf im Rahmen der Wohnbauförderung trotzdem erschwinglich bleibt, dafür sorgt beim Demonstrationsprojekt in Kramsach ein
Zuschuss von einer Million Euro aus dem Förderprogramm „Neue Energien 2020“ des Klima- und Energiefonds.
"Die Aktivhaus Wohnanlage in Kramsach gilt als Vorzeigeprojekt nicht nur für Tirol, sondern für ganz Österreich. 
Was für viele Regionen noch Zukunft ist, wird in Kramsach bereits heute realisiert. Die geplante Wohnanlage wird durch kostenlose Energie
aus der Erde beheizt werden und ist dabei vollkommen unabhängig von Öl und Gas und deren unvorhersehbaren Preisschwankungen! Sowohl für die Umwelt,
als auch für die zukünftigen Wohnungsinhaber ist diese Wohnanlage ein wahrer Gewinn", ist Energiereferent LHStv Anton Steixner überzeugt.

                                                                                                                                           

Aktivhaus-Anlage spart Betriebskosten und CO2!

Was hier gemeinsam mit der Universität Innsbruck, dem Cluster Erneuerbare Energien Tirol der Tiroler Zukunftsstiftung, ATB Becker, der Aktivholzbau GmbH in Ilz und dem Tiroler Bauträger Aktiv Klimahaus GmbH entwickelt wurde, ist eine energietechnische Sensation! Die neue Aktivhaus-Wohnanlage erwirtschaftet ihre eigenen Heiz- und Stromkosten und entlastet daher sowohl ihre Bewohner als auch die Umwelt. Jährlich werden nicht nur ein Großteil der Betriebskosten eingespart, sondern auch im Schnitt 230 Tonnen CO2 gegenüber herkömmlichen Ölheizungen.

Das ganze ist keine Zauberei, sondern ein fein ausgeklügeltes technisches System: Energie für Heizung und Warmwasser wird mit umweltfreundlicher und kostengünstiger Erdwärme erzeugt und über integrierte Wärmepumpen sowie kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung verteilt. Eine Photovoltaikanlage produziert darüber hinaus mit 226 MWh/a den gesamten Strom für Haushalt, Heizung und Komfortlüftung. Damit sie insgesamt finanzierbar wird, werden die Photovoltaik-Dachelemente mit neuer Technologie vorgefertigt.

"Ökologische und energieeffiziente Bauweise schont nicht nur Umwelt und Ressourcen, sondern entlastet auch das eigene Haushaltsbudget. ´
Die Tiroler Wohnbauförderung will mit der Akzentuierung auf umweltrelevantes Bauen, klimaschonende Haustechnik und niedrigen Energieverbrauch
nicht nur den Kyoto-Zielen näher kommen, sondern auch leistbares Wohnen durch niedrige Energiekosten unterstützen.
Mit der energie-neutralen Aktivhaus-Wohnanlage in Kramsach übernimmt Tirol eine Vorreiterrolle beim zukunftsweisenden Bauen und Wohnen,“
sagt Wohnbaureferent LHStv Hannes Gschwentner.

                       

Ökologische Bauweise für gesundes Raumklima

Damit der Klimaausgleich im Aktivhaus ideal gelingt, wird die Anlage in ökologischer Bauweise errichtet. Eine von der Aktiv Klimahaus GmbH entwickelte innovative, verfeinerte Holz-Lehm-Mischbautechnik ermöglicht es, ausreichend Wärme und Feuchtigkeit in den Wänden zu speichern. So entsteht ein angenehmes, gesundes Wohnklima, das sogar im trockenen Winter eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 % garantiert.

 

Holzhäuser haben außerdem den großen Vorteil, dass sie energietechnisch der klassischen Ziegel-Betonbauweise voraus sind. Sie erwärmen sich rascher, und der Temperaturunterschied zwischen wärmenden Wandflächen und der Raumluft ist geringer und verhindert so die Bildung unangenehmer Luftströmungen. Die Dämmwirkung gegenüber dem herkömmlichen Massivbau ist bei gleicher Wandstärke wesentlich besser, sodass durch den dünneren Wandaufbau Wohnfläche gewonnen wird.  

 

Wenn man außerdem den Primär-Energieeinsatz für die Herstellung der Baumaterialien mit der herkömmlichen Bauweise vergleicht, ist die neue Aktivhaus-Anlage ein Vorbild für den Einsatz erneuerbarer Rohstoffe aus heimischer Erzeugung. 

Sparpotential 220,- bis 270,- Euro monatlich

Das Wohnen in der neuen Aktivhaus-Wohnanlage in Kramsach in unverbaubarer Südwestlage direkt an der Brandenberger Ache soll für die neuen Käufer nicht nur angenehm und gesund sein, sondern auch finanziell entlastend. Eine vierköpfige Familie in einer 100 m2-Wohnung  spart monatlich im Schnitt an Heizungs-, Warmwasseraufbereitungs- und Stromkosten zwischen 220,- und 270,- Euro.  

 

Nähere Infos:

www.aktivklimahaus.at oder Tel.: +43-664-5300380 sowie bei Aktiv Klimahaus GmbH, Martin Partoll, Telefon +43-676-5555550.


Text: Christian Mück/Land Tirol