Es blüht leuchtend gelb entlang der Landesstraße nach Kirchbichl und Langkampfen, aber auch am Mühlstatt-Weg in Wörgl – ein ungewöhnlicher, neuer Anblick im Herbst. Allerdings ist bei der Pflanze höchste Vorsicht geboten, wenn es sich um das Südafrikanische Greiskraut handelt. Ein invasiver Neophyt, der aufgrund seiner Giftigkeit als hoch problematisch eingestuft und unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen restlos entfernt werden sollte.
Die „Initiative Pflanzenvielfalt pflegen“ beschreibt in der 2022 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Klimaschutz und des Naturschutzbundes herausgegebenen Broschüre die Problematik wie folgt: „Es enthält große Mengen an Fraßgiften, Pyrrolizidinalkaloide (PA). Deren Abbauprodukte verursachen bei Menschen und Wirbeltieren Leberschäden und andere Organschäden, die auch zum Tod führen können. Sie wirken krebserregend, erbgutverändernd und können die Fruchtbarkeit von Männern einschränken.“
Greiskräuter (auch die einheimischen) dürfen nicht verfüttert, eingeackert oder kompostiert werden. Die Gifte werden über Boden und Wurzeltransfer auch von Nutzpflanzen aufgenommen und können in Fleisch, Milch von Weidetieren, in Gemüse, Getreide, Kräutern Tee und im Honig vorkommen, wobei sie bei massenhaftem Vorkommen Bienenvölker gefährden können.
Das Südafrikanische Greiskraut wird als der sich am schnellsten ausbreitende Neophyt Mitteleuropas angesehen, bildet Massenbestände und wächst bis 2.000 Meter Seehöhe. Die Pflanze blüht ab Mai und in milden Wintern ganzjährig! Pro Pflanze entstehen bis zu 30.000 Flugsamen, die laufend und über viele Jahre keimen. Zur Bekämpfung wird Ausgraben mit Schutzhandschuhen und die Nachkontrolle alle 3 Wochen bis zu 3 Jahren empfohlen. Funde sollten der Universität Innsbruck unter Email neophyten(at)uibk.at gemeldet werden.
Der Verdacht, dass es sich bei den Blühbeständen am Mühlstatt-Weg in Wörgl um den Neophyt handelt, wurde an die Stadtgemeinde Wörgl gemeldet. Bürgermeister Michael Riedhart veranlasste am 23. Oktober 2026 eine Überprüfung.
Fotos: Veronika Spielbichler





Auszug aus der Broschüre „Invasive gebietsfremde Pflanzen in Innsbruck“, herausgegeben 2022 von der Initiative Pflanzenvielfalt pflegen.