Wer mordete und warum? Dieses Rätsel gilt es nach einem sehr unterhaltsamen Abend beim Krimidinner „Ein Mordsgeburtstag“ der Volksbühne Kirchbichl beim Wörgler Kirchenwirt zu lösen. Die gute Nachricht: für das Vergnügen, zu dem das Kirchenwirts-Team ein mehrgängiges Mord(s)menü serviert, muss niemand sterben. Die schlechte Nachricht für alle Theaterfans, die noch keine Karten haben: Alle sechs Vorstellungen sind bereits restlos ausverkauft. Doch vielleicht gibt´s eine Neuauflage im Herbst!
Mit dem „Mordsgeburtstag“ liefert die Volksbühne Kirchbichl eine tolle Gesamtleistung ab – vom Schreiben des Stückes über die Regie bis hin zur darstellerischen Umsetzung. Autorin Stephanie Wiefler schlüpft in die Rolle der resoluten Schwester Vivienne des Geburtstageskindes Carla, dargestellt von Elke Malleczek, für das deren beste Freundin Bärbel (Evelyn Fuchs) eine Überraschungsparty in der Astner-Stube beim Kirchenwirt ausrichtet. Bei Kirchenwirtin Christl – gespielt von Nina Wallner, die auch Regie führt – finden sich nicht nur geladene Gäste (das Publikum) ein, sondern mit der tratschfreudigen, neugierigen Nachbarin Isolde (Gertraud Weiskopf) auch ein ungebetener Gast.
„A bissl fad is de Feier scho“, stellt die Isolde – vorgestellt als „Bildzeitung auf zwei Haxn“ – nach dem Aperitif fest und peppt die Party schon mal gleich mit einer „Reise nach Jerusalem“ unter Mitwirkung des Publikums auf. Als dann nach „hingemeuchelter Rindssuppe mit verdächtig zartem Grießnockerl“ die Halbschwester Vivienne sichtlich mitgenommen von einem Liebesabenteuer durch einen handfesten Streit mit dem Geburtstagskind delikate Familiengeheimnisse ans Licht bringt, ist es endgültig vorbei mit der Beschaulichkeit.
Nach „aufgeschlitzten Ofenkartoffeln“ wahlweise mit Rippchen oder Grillgemüse verkündet Wirtin Christl die „Bluttat“. „Das ist ja ein Mordsgeburtstag!“ stellt Carla fest und fragt sich, wer ihre Geburtstagsfeier „versaut hat“. Da hat Bärbel mit Vivienne „ein Hühnchen“ zu rupfen und als Mordmotiv kommen Firmenschwarzgelder und eine hohe Lebensversicherung ins Spiel. Jetzt darf das Publikum raten und seine Tipps mittels Kärtchen abgeben: Wer war der Mörder oder die Mörderin? Und was war das Motiv?
Nach dem Dessert – „Eiskaltes Vanilleeis mit Spuren von verdächtig süßer Schokoladensauce oder in der Pfanne gefolterten Himbeeren“ – gibt´s zur Aufklärung des „Kriminalfalls“ durchwegs unerwartete Auswertungen der Spurensicherung mit überraschendem Ergebnis, das hier natürlich nicht verraten wird!
Begeisterten Beifall zollten die „Geburtstagsgäste“ schon der Generalprobe am 24. Februar 2026, bei der bereits das Zusammenspiel der fünf Theatermacherinnen der Volksbühne Kirchbichl mit Küche und Service-Team des Wörgler Kirchenwirts bestens funktionierte. Beim „Mordsgeburtstag“ durften sich somit auch Kirchenwirtin Michaela Gruber, Daniela Thurner und Bettina Klingler samt „Backstage-Team“ ihren Applaus abholen.











