Die beiden Landtagsabgeordneten der Liste Fritz Andrea Haselwanter-Schneider und Patricia Nothegger meldeten sich am 19. März 2026 zu einem brennenden Bildungsproblem öffentlich zu Wort: den überbordenden Ausländeranteil bei Studierenden in Tirol – Aufnahmetests an Unis würden nicht die gewünschte Wirkung bringen und der Druck auf den Wohnungsmarkt sei zu hoch. Ein Thema, das nicht nur die Landeshauptstadt betrifft.
„Im diesjährigen Sommersemester sind von 768 (Stand Mitte März) an der Universität Innsbruck neu zugelassenen Studierenden 220 aus Österreich. Das sind 29 Prozent. Es gibt einige Studienrichtungen, die von deutschen Studierenden regelrecht überrannt werden“, sagt Liste Fritz Parteichefin Andrea Haselwanter-Schneider in einer Presseaussendung. „Wir sind stolz auf unsere Hochschulen in Tirol, allerdings stimmt die Durchmischung nicht. Oft kommen Tirolerinnen und Tiroler zu kurz.“ Bei den insgesamt rund 27.500 Studierenden an der Universität Innsbruck schrumpfe der Anteil der Österreicher und liege bei nicht einmal mehr 50 Prozent.
„Zu den überrannten Studienrichtungen zählen beispielsweise die Wirtschaftswissenschaften, dort kommen rund die Hälfte der Studierenden aus Deutschland. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei den Sportwissenschaften ab, völlig überrannt ist die Architektur. Dort hat die Fakultätsleitung zuletzt die Reißleine gezogen und einen Aufnahmetest eingeführt. Aufnahmetests sind aber nur beschränkt ein Mittel, um mehr Studienplätze für ÖsterreicherInnen zu lukrieren“, sagt Haselwanter-Schneider.
Nach dem Aufnahmetest auf der Psychologie liege der Anteil der zugelassenen Studierenden bei 63 Prozent. „Eine der sinnvollsten Maßnahmen ist die Quote. Wir fordern eine solche für alle Gesundheitsberufe. Also auch für die Psychologie und wieder für die Zahnmedizin.“ Rechtlich wäre das umzusetzen, glaubt Haselwanter-Schneider. „Langfristig müssen wir über neue Reglementarien nachdenken, denn volkswirtschaftlich kann diese Entwicklung nicht im Interesse Österreichs sein. Ein Studienplatz auf der Psychologie kostet zwischen 10.000 und 14.000 Euro im Jahr. Das sind für einen Bachelor zwischen 30.000 und 40.000 Euro pro AbsolventIn.“
Jeder vierte Einwohner in Innsbruck ist ein Studierender
Der hohe Anteil an internationalen Studierenden lasse seit Jahren den Druck auf den Wohnungsmarkt steigen. „Das trifft besonders junge Familien, die größere Wohnungen bräuchten, sie aber nicht bekommen, weil Wohnungen oft als Studenten-WG vermietet werden“, sagt Patricia Nothegger, Architektin und Ersatz-Gemeinderätin in Innsbruck in der Aussendung. „Zu lange hat Innsbruck im studentischen Wohnbau zu wenig getan, nun entstehen Studentenheime, die aber den Druck auf den Wohnungsmarkt kaum vermindern können.“ Derzeit liege der durchschnittliche Mietpreis für eine 80 m2-Wohnung in Innsbruck bei 1980 Euro brutto im Monat. Bei Neuvermietungen liegt Innsbruck österreichweit im Spitzenfeld mit 25 Euro pro m2.
Innsbruck habe rund 31.900 Studierende und 132.166 Einwohner mit Hauptwohnsitz. „Das heißt, dass jeder vierte Einwohner ein Studierender ist. Stadt, Land und Bund sollen klare Ziele formulieren. Dass unsere Hochschulen an prüfungsaktiven Studierenden Interesse hat, liegt auf dem Tisch. Natürlich beleben Studierende unsere Städte und natürlich sorgen Studierende für Wertschöpfung. Wir wollen aber anregen, ganz klar festzulegen, wohin die Reise gehen soll“, heißt es abschließend in der Presseaussendung der Liste Fritz.
