Die aktuellen Berichte über die drohende Räumung eines Wohnhauses in Wörgl, von der 64 Menschen betroffen sind, zeigen eine dramatische Entwicklung, die nicht einfach zur Kenntnis genommen werden dürfe, wie Christian Kovacevic in einer Aussendung festhält. Für den Wörgler Stadtrat und Landtagsabgeordneten ist klar: „Hier geht es nicht um abstrakte Bauverfahren, sondern um Menschen, Familien und Existenzen.“
Dass es in dem betroffenen Gebäude über Jahrzehnte zu illegalen Umbauten gekommen ist, müsse rechtlich aufgearbeitet werden. „Gleichzeitig darf die Konsequenz daraus nicht sein, dass Dutzende Menschen innerhalb kürzester Zeit ihre Wohnungen verlieren und vor dem Nichts stehen. Die Verantwortung darf jetzt nicht einseitig auf die Mieterinnen und Mieter abgewälzt werden. Viele von ihnen haben über Jahre hinweg gutgläubig dort gewohnt. Sie jetzt mit einer Frist bis Anfang Juni alleine zu lassen, ist sozialpolitisch nicht vertretbar“, so der Wörgler SPÖ-Stadtparteiobmann Kovacevic.
Gleichzeitig stellt er klar, dass die rechtliche Verantwortung nicht ausgeblendet werden darf: „Es ist zu klären, inwieweit die Eigentümerinnen und Eigentümer verpflichtet sind, für adäquaten Ersatzwohnraum zu sorgen, wenn Wohnungen vermietet wurden, die nun nicht mehr genutzt werden dürfen. Die Betroffenen sollten sich jedenfalls rasch an die Mietervereinigung oder an die AK wenden und rechtliche Unterstützung in Anspruch nehmen.“
Aufgrund der allgemein angespannten Wohnmarktsituation im Bezirk Kufstein sei für den SPÖ-Bezirksvorsitzenden Kovacevic deshalb klar, dass es jetzt ein entschiedenes und koordiniertes Vorgehen braucht: Die Stadt müsse umgehend gemeinsam mit dem Land Tirol und Sozialorganisationen einen Krisenstab einrichten, die Räumungsfristen so weit wie möglich verlängern und vor allem aktiv bei der Suche nach Ersatzwohnungen unterstützen. Gleichzeitig brauche es die Nutzung aller verfügbaren Netzwerke, von gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften bis hin zu privaten Anbietern, um kurzfristig Lösungen zu schaffen. Auch Übergangswohnungen und temporäre Unterkünfte, etwa bestehende freie Kapazitäten, müssten geprüft und rasch bereitgestellt werden. Parallel dazu sei eine klare rechtliche Aufarbeitung notwendig, ohne die betroffenen Mieterinnen und Mieter zusätzlich zu belasten.
„Es reicht nicht, auf bestehende Zuständigkeiten zu verweisen. Die Stadt muss in so einer außergewöhnlichen und prekären Situation ihre Rolle als Koordinatorin aktiv wahrnehmen und alle Hebel in Bewegung setzen“, betont Kovacevic.
Kritisch sieht er zudem die aktuelle politische Situation im Bereich Wohnen in Wörgl: „Gerade jetzt zeigt sich, wie problematisch es ist, wenn es keine klare politische Zuständigkeit für Wohnungsfragen gibt. In einer solchen Krise braucht es Verantwortung und Führung.“ Abschließend hält Kovacevic fest: „Die betroffenen Menschen dürfen nicht allein gelassen werden. Sie sind mit der Situation ohnehin massiv überfordert. Untätigkeit ist keine Option – jetzt braucht es konkrete Lösungen.“
Stellungnahme der Stadtgemeinde
„Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, bitten wir um Verständnis, dass dazu keine Auskünfte erteilt werden“, teilt Stadtbaumeister Dipl.-Ing. Nindl am 24.4.2026 zur Causa mit.
Quelle: SPÖ Tirol/Stadt Wörgl