Auf der Tagesordnung des Wörgler Gemeinderates standen am 1. Juli 2026 u.a. die Aufhebung der Abfallgebührenordnung, die Erhöhung der Hallengebühren, ein Projekt zu Wörgls Straßennamen sowie das Parken im Park & Ride-Bereich der ÖBB.
Da die Abfallgebühren als privatrechtliches Entgelt von der Stadtwerke Wörgl GmbH vorgeschrieben werden, sei die vom Gemeinderat im März beschlossene Abfallgebührenverordnung aufzuheben. Damit hat der Gemeinderat keinen Einfluss mehr auf die Gebührengestaltung. Grün-GR DI Catarina Becherstorfer stellte fest, dass der Sachverhalt im März der gleiche war und fragte, weshalb die Verordnung beschlossen wurde. „Das ist erst jetzt aufgefallen“, erklärte Bgm. Michael Riedhart, bevor der Gemeinderat mit 18 Ja-Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen die Abfallgebührenverordnung aufhob.
Aufgrund gestiegener Kosten beschloss der Gemeinderat mit 18 Ja- bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung die Anhebung der Sporthallen-Gebühren am Wochenende. Derzeit koste ein halber Tag für Wörgler Vereine 25 Euro, für auswärtige Vereine pro Stunde und pro Hallendrittel 15 Euro. „Warum wird die Kaution von 145 auf 500 Euro angehoben?“ wollte WfW-STR Astrid Rieser wissen. Sportreferent STR Thomas Embacher argumentierte, dass „damit ein Anreiz geschaffen werden soll, dass die Halle sauber übergeben wird“. Nachwuchs-Veranstaltungen seien von der Tarifsteigerung ausgenommen, nicht jedoch von der erhöhten Kaution. Da setze man auf den „erzieherischen Wert“.
„Ist die Kaution nicht für Schäden gedacht?“ fragte Becherstorfer nach. Das Hauptproblem seien verursachte Schäden, erklärte GR Dr. Widschwenter und listete abgebrochene Türklinken und Brauseköpfe sowie beschädigte WC-Anlagen auf. „Bislang wurden keine Anpassungen vorgenommen. Es gibt immer wieder Schäden über 145 Euro, die dann schwer einzubringen sind“, erläuterte Vizebgm. Hubert Aufschnaiter, der auch auf übermäßige Verschmutzung der WC-Anlagen hinwies, bei der „eine normale Reinigung nicht mehr ausreicht.“ Die neue Regelung gilt ab dem Schuljahr 2027/28.
Wörgls Straßennamen – welche Persönlichkeiten stehen dahinter?
Im September 2024 reichten die Wörgler Grünen einen Antrag zur Anbringen von Zusatztafeln bei Straßenschildern ein, um Erklärungen zu den namensgebenden Persönlichkeiten und deren Verdienste für die Gemeinde zu geben. Das solle zur historischen und kulturellen Bildung beitragen. „Mittlerweile hat sich die Europamittelschule gemeldet, die Interesse an einem diesbezüglichen Projekt hat“, erklärte Grün-GR Iris Kahn. Vorgeschlagen war, dass eine Arbeitsgruppe sich mit der Umsetzung befasst – mit der Auswahl der Namen, der Materialien und begleitender Info, etwa durch Anbringung von QR-Codes. Gegen diese meldeten Vizebgm. Aufschnaiter und Bgm. Riedhart Bedenken an – sei seien anfällig für Viren und missbräuchliche Verwendung. Zudem könne jeder Interessierte schon die Bedeutung der Straßennamen online auf heimat.woergl.at nachlesen.
„Zu Tode gefürchtet ist auch tot. Das QR-Code-Problem haben andere auch. Positiv ist, dass die Europamittelschule mitmachen will“, meldete sich GR Ing. Emil Dander zu Wort und findet das Projekt als „bereichernden, interessanten Beitrag bei überschaubaren Kosten.“
Der bisher im Verkehrsausschuss vorliegende Antrag wurde zur weiteren Behandlung und Kostenerhebung dem Kulturausschuss zugewiesen.
Wie geht´s weiter mit dem Park & Ride-Parkplatz beim Bahnhof?
Mit einstimmigem Beschluss befürwortete der Gemeinderat den Antrag von STR LA Christian Kovacevic, mit der Bundesbahn, der Firma Zima und dem Land Tirol geeignete Varianten für eine bewirtschaftete Park & Ride-Anlage am Bahnhof Wörgl auszuarbeiten und dem Gemeinderat vorzulegen. Grund war die seit geraumer Zeit defekte Schrankenanlage im Zufahrtsbereich der bestehen P&R-Anlage. „Seit der Schranken weg ist, gibt es keinen Stau mehr“, stellte GR Dr. Widschwenter dazu fest. Bgm. Riedhart erklärte, dass bereits Gespräche zur Grundstücksentwicklung sowie zur Bahnhofsvorplatzgestaltung laufen.
Bäume gegen Hitze
GR Mag. Gabriele Madersbacher stellte im Gemeinderat den Antrag, die Innsbrucker- und Salzburger Straße durch Baumbepflanzungen zu begrünen, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegen zu wirken. Stark verdichtete Straßen seien Hitzeinseln – geeignete Bäume würden Schatten spenden, durch Verdunstung kühlen, CO2 und Feinstaub binden und die Lebensqualität erhöhen. Eine ausreichende Beschattung der Gehwege sei für vulnerable Gruppen wichtig, das sei ein Beitrag zum Gesundheitsschutz. Die Verwaltung solle mit der Suche nach geeigneten Flächen beauftragt werden. Und sollte es ein monetäres Problem sein, würde Madersbacher selbst Baumsponsoren auftreten. Der Antrag wurde dem zuständigen Ausschuss zugewiesen.
Wörgls Grüne beantragten ein barrierefreies WC beim Motorikpark und die Liste WfW die Prüfung der Verkehrssicherheitslage entlang der B171 Tiroler Straße im Gemeindegebiet von Wörgl hinsichtlich möglicher Maßnahmen der Geschwindigkeitsüberwachung. Zudem zur Überprüfung der bestehenden Regelungen und Zuständigkeiten im Bereich der Geschwindigkeitsüberwachung in Wörgl.
Was wird aus dem stadteigenen Zentrums-Grundstück?
Die Liste Wir für Wörgl – Liste Roland Ponholzer stellte weiters eine Anfrage gemäß § 41 der Tiroler Gemeindeordnung zum aktuellen Projektstand und zukünftigen Verwendung des Grundstücks Nr. 1195 KG Wörgl-Kufstein (Bauprojekt Wörgl Mitte), das von der Stadt um über 4 Millionen Euro erworben wurde. „Der Ankauf wurde seinerzeit u.a. mit der Errichtung eines Bürgerhauses begründet. Nachdem dieses Vorhaben nicht umgesetzt wurde und die Bauarbeiten im umliegenden Zentrumsprojekt bereits weit fortgeschritten sind, besteht hinsichtlich der weiteren Entwicklung dieses Grundstückes Informationsbedarf“, las GR Patricia Kofler vor.
Gefragt wird nach dem aktuellen Projektstand, nach der nun vorgesehenen Nutzung und Art der Bebauung, nach bislang gesetzten Schritten und aufgelaufenen Kosten zur Entwicklung des Areals inklusive Gutachter- und Beratungskosten, nach dem weiteren Zeitplan und nach Einräumung eines Baurechtes.
WfW-GR Patricia Kofler fragte nach der ausständigen Anfragebeantwortung betreffend die Aufsichtsratvergütungen der WERGEL AG vom 1. Oktober 2025. Bgm. Riedhart teilte dazu mit, dass man auf eine Klärung durch das Land Tirol warte.
Grün-GR Kahn thematisierte die Fahrverbotszeiten in der Schulstraße, die für anliegende Gewerbebetriebe ein Problem darstellen. Die Kiss & Ride-Parkplätze am Gelände der Alpenländischen Heimstätte stünden als Ausweich-Parkplatz nicht zur Verfügung – es sei bereits mit Anzeigen gedroht worden. Zudem sei der Durchgang zur Unterguggenberger Straße sehr schmal. Bgm. Riedhart erklärte, er sei diesbezüglich mit dem Wohnbauträger bereits im Gespräch.
Berichte der Referenten
Auf die „aktuell sehr positive Entwicklung des Ehrenamtes“ wies GR Elisabeth Werlberger hin: „Ehrenamtskoordinatorin Marion Spielbichler betreut 132 Ehrenamtliche, die wertvolle Arbeit für Wörgl leisten“. Die neue Aktion „Eine Tasse Freude schenken“ sei gut angelaufen, für den Besuchsdienst werden noch Freiwillige gesucht. Damit solle der Vereinsamung und sozialen Isolation entgegengewirkt werden.
Verkehrsreferent Hubert Aufschnaiter informierte über weiteren Fernwärme-Ausbau im Bereich Bahnhof- und Atzl-Straße ab 13. Juli und die Umgestaltung der Josef Steinbacher Straße in eine Begegnungszone – dafür wird der Straßenzug von 13. Juli bis 4. September 2026 für den Verkehr gesperrt.
„Allerweltsfest“ am 12. September 2026
Vizebgm. Familienreferent Kayahan Kaya informierte über die laufende Info-Kampagne betreffend Sicherheit im Umgang mit E-Scooter, die sich an jugendliche AnwenderInnen richtet. Weiters über zwei Veranstaltungen im Herbst: Am 12. September 2026 geht in der neuen Begegnungszone in der Steinbacher Straße das „Allerweltsfest“ (bislang Fest der Nationen) über die Bühne und am 25. September wird die öffentliche Eröffnungsfeier für den Jugendtreff in der Steinbacher Straße nachgeholt.
100jähriges Schuljubiläum für Wörgls Sportmittelschule
Am 26. September 1926 erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau von Wörgls neuer „Bürgerschule“ – die heutige Sport-Mittelschule beim Pflichtschulzentrum. Gefeiert wird das Jubiläum mit einem Festakt am 25. September 2026 in der Sporthalle sowie mit weiteren Aktionen wie dem Tag der offenen Tür am 10. Dezember und der Ausrichtung sportlicher und kultureller Events während des gesamten Schuljahres.



