„Werlberger-Mobbing“ geht weiter

Wörgls ehemalige Sozialstadträtin Elisabeth Werlberger ist mit einer weiteren „Demontage-Aktion“ der obersten Stadtpolitik konfrontiert: Sie wurde als Obfrau des Vereines „Licht für Wörgl“ aus dem Vorstand „hinausgewählt“. Ihre Funktion übernimmt MFG-Gemeinderätin Novela Steinlechner, bislang Kassierin. An diese Position wurde der ÖVP-Gemeinderat Walter Altmann gehievt.

Die gemeinnützige Initiative „Licht für Wörgl“ wurde im Jahr 2011 in Zusammenarbeit mit Herbert Peer vom Netzwerk „Tirol hilft“ unter dem Dach des Wörgler Stadtmarketings ins Leben gerufen, um bedürftige Menschen in Wörgl zu unterstützen. Seit 2023 ist „Licht für Wörgl“ ein Verein mit Gemeinderätin Elisabeth Werlberger als Obfrau.

Wobei der Verein gerade einmal aus 5 Mitgliedern besteht, die identisch mit dem Vorstand sind. Werlbergers Stellvertreter als Obfrau sind Vizebgm. GR Kayahan Kaya und Bgm. Michael Riedhart. Schriftführerin ist die Stadtamtsmitarbeiterin Sabine Seiwald und als Rechnungsprüfer agieren FWL-GR Christopher Lentsch und Finanzabteilungsleiter Walter Hohenauer.

Die Generalversammlung wurde ohne Wissen der Obfrau am 14. August 2026 angesetzt – und als ihr die Einladung auf den Tisch flatterte, dürfte ihr der Zweck der Versammlung schon gedämmert sein. Ihre reguläre Amtsperiode würde nach der vierjährigen Amtsperiode am 7. November 2027 enden. Wozu war da also der Tagesordnungspunkt Wahl auf der Agenda?

Zunächst stand da Bericht der Obfrau – den es dann bei der Versammlung nicht gegeben hat. „Im Februar heuer habe ich ausführlich über das Jahr 2025 berichtet“, erklärte Werlberger den beiden anwesenden stimmberechtigten Licht für Wörgl-Vereinsmitgliedern Bgm. Riedhart und GR Novela Steinlechner. Kayahan Kaya war urlaubsbedingt nicht anwesend und Seiwald hat kein Stimmrecht. Damit wurde Werlberger von Riedhart und Steinlechner abgewählt, die fortan als Obfrau Licht für Wörgl vorsteht.  

„Licht für Wörgl“ hilft in Wörgl

Bei der Vergabe der Spendengelder arbeitete Elisabeth Werlberger eng mit der Caritas und dem Netzwerk Tirol hilft zusammen. In Not geratene Menschen aus Wörgl können einen Antrag auf Unterstützung im Bürgerbüro stellen.

„Leider sind Unfälle und schwerwiegende Schicksalsschläge unvermeidbar, und die Auswirkungen können weitreichend sein. Neben der Bewältigung von körperlichen Handicaps, dem Verlust eines geliebten Menschen oder der Teuerung stehen die Betroffenen oft vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Es gibt Situationen, in denen sich innerhalb weniger Momente das Leben drastisch verändern kann. Die Sozialinitiative Licht für Wörgl wurde ins Leben gerufen, um genau in diesen herausfordernden Zeiten schnelle Hilfe zu leisten“, beschreibt Werlberger die Zielsetzung der Sozialinitiative, die ausschließlich durch Spenden finanziert wird.

„Nach Beantragung führt das Team eine Recherche durch. Die Entscheidung über die Höhe der Unterstützung erfolgt durch den Vorstand des Vereins“, teilt Werlberger zur Abwicklung mit. Wobei es mit kurzfristigen Finanzhilfen meist nicht getan ist: „Neben Ersthilfe für Lebensmittelkauf oder Bezahlung der Stromrechnung ist es wichtig, dass nachhaltig geholfen wird“, so Werlberger, die im Rahmen ihrer Sprechstunden vielfach Beratungen durchführte.

Werlberger bedauert die Instrumentalisierung des Vereins

„Licht für Wörgl“ darf nicht zum Spielball politischer Interessen werden“, stellt Werlberger in ihrer Stellungnahme fest und meint: „Der Verein Licht für Wörgl wurde gegründet, um Wörglerinnen und Wörgler, die unverschuldet in schwierige Lebenssituationen geraten, rasch, unbürokratisch und direkt zu unterstützen. Genau dieser Gedanke muss im Mittelpunkt stehen – und nicht politische Auseinandersetzungen. Umso mehr irritiert mich, dass nun offenbar versucht wird, den Verein in politische Diskussionen und Interessen hineinzuziehen. Licht für Wörgl darf kein Spielball politischer Machtfragen werden. Dafür ist die Aufgabe dieses Vereins viel zu wichtig und zu wertvoll.“ 

Ein Blick in die Statuten zeige, „dass die Stadtgemeinde Wörgl keine Zuständigkeit für die Führung des Vereins hat. Deshalb halte ich es für wichtig, hier klare Grenzen zu ziehen: Wo Hilfe für Menschen organisiert wird, sollten nicht parteipolitische Interessen den Ton angeben.“

Werlberger weiter: „Meine politische Grundhaltung ist seit jeher klar: Politik hat dem Gemeinwohl zu dienen. Sie muss für die Menschen da sein, gerade für jene, die ihre Anliegen nicht immer selbst laut vertreten können. Soziales Engagement darf nicht davon abhängig sein, wer gerade politische Verantwortung trägt oder welcher Meinung jemand ist. Ich möchte, dass Wörgl sein soziales Gesicht bewahrt. Unsere Stadt soll eine Stadt bleiben, in der die Türen für die Anliegen der Menschen offenstehen, in der zugehört wird und in der Hilfe nicht an politischen Grenzen endet. Deshalb wünsche ich mir einen menschlichen, respektvollen und am Gemeinwohl orientierten Umgang mit „Licht für Wörgl“. Die Interessen der Allgemeinheit müssen immer über persönlichen oder politischen Interessen stehen. Ich werde mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass soziale Verantwortung nicht zum politischen Spielball wird. Denn am Ende geht es nicht um Funktionen, Mehrheiten oder politische Befindlichkeiten – es geht um Menschen. Und genau diese Menschen müssen für uns alle im Mittelpunkt stehen.“

LA STR Christian Kovacevic verurteilt politische Instrumentalisierung

Wörgls Stadtrat und SPÖ-Landtagsabgeordneter Christian Kovacevic gibt als Mitglied des Wörgler Sozialausschusses und ehemaliger Sozialreferent folgende  Stellungnahme ab:„Dass nun selbst soziale und karitative Einrichtungen politisch instrumentalisiert und missbraucht werden, macht mich fassungslos. Ich habe das Projekt „Licht für Wörgl“ in meiner Zeit als Sozialreferent von 2016-2022 selbst als Hauptverantwortlicher betreut und vielen Menschen helfen können. Mir blutet mein soziales Herz, wenn ich sehe, dass sogar unpolitische und bisher stets parteiübergreifende Initiativen als politischer Spielball benutzt werden, um die eigene Macht zu demonstrieren. Leidtragend sind letztlich die in Not geratenen Wörglerinnen und Wörgler, die von diesen politischen Zankereien und Machtspielchen gar nichts haben.“

Für die Zone-Weißwurschtparty zugunsten von „Licht für Wörgl“ stellte sich Wörgls Gemeinderätin Elisabeth Werlberger heuer mit selbstgebackenem Kuchen als „süße Spende“ zum „Weißwurscht-Buffet“ ein. Am 14. August 2026 wurde sie aus dem Licht für Wörgl-Vorstand „hinausgewählt“. Foto: Veronika Spielbichler
Elisabeth Werlberger zeichnet vielfältiges soziales Engagement aus – als Obfrau leitete sie den Verein Licht für Wörgl seit seiner Gründung 2023. Werlberger ist u.a. weiters Obfrau des Annabundes und Ortsbäuerin. Foto: Veronika Spielbichler