Aus der Gemeindestube – neue Amtsleitung gesucht

Am 25. März 2026 berichtete Bürgermeister Michael Riedhart im Wörgler Gemeinderat über personelle Änderungen im Bau- und Raumordnungsausschuss, nicht aber über das Ende der Amtszeit vom Stadtamtsdirektor Mag. Peter Erhart, der erst im September 2025 dieses Amt angetreten hatte und dieses nun mit 31. Mai 2026 wieder abgeben wird. Auf Nachfrage nach dem Grund teilt die automatisierte Email-Antwort mit, dass urlaubsbedingt erst nach dem 3. April Anfragen beantwortet werden. Mit 30. März 2026 wurde die Stelle des/der StadtamtsdirektorIn bereits neu ausgeschrieben (https://www.tirolerjobs.at/jobs/stadtamtsdirektor-in-18,124360).

Die neuerliche personelle Änderung im Bau- und Raumordnungsausschuss wurde durch eine Doppelfunktion von GR Hubert Werlberger nötig. In der letzten Gemeinderatsitzung wurde er als Ersatzmitglied für den ausscheidenden Gabriel Huber nominiert. Da Werlberger bereits Ersatz für Gerhard Wibmer ist, wurde nun Felix Brunner als Ersatzmitglied der ÖVP-Fraktion nominiert.

Schulstraße beschlossen

Mit einstimmigem Beschluss verordnete der Gemeinderat am 25.3.2026 eine Schulstraße beim Pflichtschulzentrum. Nach gerichtlicher Anfechtung der bisherige Fahrverbotsregelung soll damit nun Rechtssicherheit gewährleistet sein. Das neue Fahrverbot gilt an Schultagen von 7:15-8:00 und von 11:40-13:00 Uhr, davon ausgenommen sind Radfahrer, Lehrpersonal, Lieferdienste, Anrainer, öffentlicher Verkehr, Schulbusse und Einsatzfahrzeuge. Die Schulstraßen-Verordnung umfasst die Adolf Pichler-Straße von der Zufahrt Tiefgarage bis zur Kreuzung Michael Unterguggenberger Straße, diese bis zur Kreuzung Dr. Franz Stumpf-Straße und diese bis zur Kreuzung T171 Tiroler Straße.

Mit einstimmigem Beschluss passte der Gemeinderat den Dienstpostenplan der Stadtgemeinde an, womit Sonderverträge in öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse überführt werden und folgt damit der Empfehlung des Landes-Prüfberichtes.. Die Änderung ab 1.4.2026 betreffe 9 Bedienstete, so Riedhart. Die Umstellung wirkt sich monatlich mit Mehrkosten von 243,37 Euro aus.

Seniorentag im CityCenter

Sozialstadträtin Elisabeth Werlberger lud zum Seniorentag am 17. April 2026 von 9-14 Uhr im CityCenter Wörgl ein, bei dem die Verpflegung diesmal vom Genusswerk kommt. Mit dem Aktionstag wolle man wieder einen Ort der Information über seniorenrelevante Themen und der sozialen Begegnung schaffen.

Der Gemeinderat beschloss weiters die vom Land Tirol vorgegebene Preisanpassung der Gebühren im Wörgler Seniorenheim, die rückwirkend mit 1.1.2026 verrechnet werden.

Anträge, Anfragen, Allfälliges im Gemeinderat

GR Mag. Gabi Madersbacher (Liste Hedi Wechner) wies auf ein Landesverwaltungsgerichtshof-Urteil hin, das von der Liste Fritz erwirkt wurde und die Herausgabe von Informationen betrifft: „Abgeordnete können Entscheidungen nur treffen, wenn sie vollinhaltlich informiert sind. Es geht um ausgelagerte Gesellschaften und damit um Steuergeld“, so Madersbacher, die darin eine Präzedenzfall sieht und daraus ableitet: „Die Stadt hat Auskunftspflicht auch bei ausgelagerten Gesellschaften, das System der Geheimhaltungspolitik hat damit ein Ende. Damit sind diese Gesellschaften für uns keine Blackbox mehr. Datenschutz kann nicht mehr als Vorwand verwendet werden, um Kontrolle zu verhindern. Endlich gibt es ein Werkzeug für die Opposition, um wirksam nachfragen und Missstände aufdecken zu können.“ Madersbacher forderte damit die Herausgabe bisher zurückgehaltener Dokumente. Ebenso wie Grün-GR Iris Kahn, die sich nach der bereits beantragten und bisher nicht erfolgten Herausgabe des WAVE-Bewertungsgutachtens aus dem Jahr 2022 zur Behandlung im nicht öffentlichen Sitzungsteil erkundigte. WfW-GR Patricia Kofler stellte den Antrag, alle Unterlagen zum WAVE ab 1.1.2022 dem Gemeinderat auszuhändigen.

Grün-GR Özlem Harmanci brachte einen Antrag der Wörgler Grünen ein, mehr Info über Gewaltschutz für Frauen und Mädchen öffentlich sichtbar zu machen und zur Verfügung zu stellen, auch mittels Plakaten bei Bushaltestellen und öffentlichen Gebäuden. Zudem solle sich Wörgl um eine zusätzliche Kassenstelle für Gynäkologie stark machen: „Für 49.000 Frauen im Bezirk Kufstein gibt es nur 3 GynäkologInnen mit Kassenvertrag.“

Nachbarschaftskonflikte am Fischerfeld

Am Fischerfeld befindet sich ein öffentlicher Stadtpark, an den ein Spielplatz der Wohnanlage angrenzt. Seit geraumer Zeit kommt es zu Nachbarschaftskonflikten, ausgelöst durch die Geräuschkulisse. Grün-GR Iris Kahn fragte in der Gemeinderatsitzung an, ob den Anwohnern eine Einzäunung des Spielplatzes zugesagt wurde, um die Probleme in den Griff zu bekommen. „Eine Spielplatzeinzäunung löst nicht die Nachbarschaftskonflikte“, erklärte Vizebgm. Kayahan Kaya, der sich gegen eine Einzäunung aussprach. Kinder hätten ein Recht auf Spiel, die dabei entstehende Geräuschkulisse sei „keine Belastung“. Er orte das Problem bei „manchen Bewohnern – Autolärm von den Straßen stört nicht, aber Kinderlärm schon.“

Die Stadtgemeinde hält im ausgehängten Spielplatz-Reglement Öffnungszeiten von April bis Oktober von 8-19 Uhr fest. Bei Glatteis und Regen seien die Geräte nicht zu benutzen, es erfolge auch kein Winterdienst. Die regulären Öffnungszeiten werden aber offenbar häufig nicht eingehalten. Eine Kontrolle sei schwierig, meinte Kaya, da „die Stadtpolizei vor Ort Kinder nicht mit Anzeigen drohen kann.“ Bgm. Riedhart merkte dazu an, dass er die Causa dem Ausschuss zur Bearbeitung übergeben habe und er „da nicht dreinrede.“

Bekommt Wörgl ein Seniorentaxi?

„Derzeit sind zwei Anträge für ein Seniorentaxi da. Wie geht es damit weiter?“ wollte GR Iris Kahn wissen und meinte, da heuer im Budget kein Geld dafür vorgesehen sei, solle das Thema im Innovationsausschuss und in der nächsten Gemeinderatsitzung behandelt werden.

Eine weitere Anfrage der Grünen betraf die Wörgler Stadt-Website: „Gibt es da Neuigkeiten? Das sollte dringend angegangen werden“, erklärte Kahn. Eine Antwort darauf gab es nicht, auch nicht auf die nächste Frage: „Gibt es ein Verkehrskonzept für das neue Schwimmbad am Scheiberfeld? Zu Spitzenzeiten bilden sich jetzt schon im Bereich Hofer/Lidl dramatische Rückstaus“, so Kahn.

Mehrparteien-Antrag für Pyrotechnik-Verzicht

Im Namen der Wörgler Grünen, der Liste Wir für Wörgl. Roland Ponholzer, von GR Gabi Madersbacher, STR Elisabeth und GR Hubert Werlberger wurde der Antrag an den Bürgermeister gestellt, auf einen Verzicht zum Verkauf von Pyrotechnik-Artikeln in der Stadt hin zu wirken und eine Aufklärungskampagne zu starten: „Der private Gebrauch von Feuerwerkskörpern stellt eine erhebliche Belastung für Menschen, Tiere und die Umwelt dar. Feinstaub, Lärm, Schadstoffe wie Schwermetalle und Müll in der Landschaft, der eine Gefahr für Weidetiere und das Grundwasser ist. Dazu kommt noch das Verletzungsrisiko und die Waldbrandgefahr“, sind sich die Pyrotechnik-Gegner einig. Gewünscht wird eine Kooperation mit der Wirtschaft zur Bewusstseinsbildung mit dem Ziel einer „böllerfreien Stadt“.

Bgm. Riedhart begrüßte den Antrag, den „ich auch unterschrieben hätte“ – leider seien nicht alle Gemeinderäte gefragt worden, bei diesem Thema hätte es wohl einen überparteilichen Schulterschluss gegeben.

GR Madersbacher wies auf den Allparteien-Antrag im Tiroler Landtag hin, mit dem beim Bund ein Verbot von F2-Knallkörpern an Privatpersonen gefordert wird – diesen hätten auch alle Fraktionen mitgetragen.

Der Spielplatz beim Stadtpark Fischerfeld sorgt aufgrund der Geräuschkulisse immer wieder für Ärger bei den Anrainern.