„Erinnern heißt Verantwortung übernehmen“ – unter diesem Motto stand der heurige Gedenktag an den 12. Februar 1934, bei dem die SPÖ Wörgl und die Sozialdemokratischen FreiheitskämpferInnen in Tirol am Wörgler Bahnhofsplatz den Opfern des Bürgerkriegs vor 92 Jahren gedachten und „zur Wachsamkeit mahnten“.
Anlässlich des Gedenktages erinnerte die SPÖ Wörgl gemeinsam mit dem Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen Tirol beim Denkmal am Bahnhofsplatz an den bewaffneten Widerstand der österreichischen Arbeiter:innenbewegung gegen den austrofaschistischen Ständestaat. Dabei riefen die Tiroler SozialdemokratInnen zur entschlossenen Verteidigung von Demokratie, sozialer Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit auf.
„Der 12. Februar 1934 markiert einen der dunkelsten Einschnitte in der Geschichte der Ersten Republik. Mit Gewalt wurde die Sozialdemokratie verboten, demokratische Rechte wurden zerschlagen. Hunderte Menschen verloren ihr Leben, tausende wurden verfolgt, inhaftiert oder ins Exil gezwungen. Auch in Wörgl boten DemokratInnen dem Austrofaschismus die Stirn – und jene, die sich dem autoritären Regime entgegenstellten, taten dies im Bewusstsein, dass Freiheit, Menschenwürde und politische Mitbestimmung keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern erkämpft und verteidigt werden müssen“, heißt es in der Aussendung von SPÖ-LA STR Christian Kovacevic.
Der SPÖ-Stadtparteivorsitzende Christian Kovacevic beleuchtete in seiner diesjährigen Rede vor allem die Geschehnisse in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar, in der sich die lokale Arbeiterschaft im Arbeiterheim „Gasthof zur Rose“ in Wörgl auf die Verteidigung gegen den zu erwartenden Angriff der Heimwehr vorbereitete. Mit Bezug auf die heutige Zeit hielt er fest: „Die Sozialdemokratie steht seit jeher auf der Seite der Demokratie, der Solidarität und der sozialen Gerechtigkeit. Der 12. Februar 1934 erinnert daran, wohin politische Spaltung, soziale Ausgrenzung und die Aushöhlung demokratischer Institutionen führen können. Er erinnert aber auch an den Mut jener, die Widerstand leisteten – oft unter Einsatz ihres Lebens.“
Dem pflichtete auch Elisabeth Fleischanderl, Vorsitzende des Bundes Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen Tirol und Klubobfrau im Tiroler Landtag bei: „Das Gedenken an den Februar 1934 ist kein ritualisierter Blick zurück, sondern ein klarer Auftrag für die Gegenwart. Gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme, autoritäre und demokratiefeindliche Kräfte wieder lauter werden, ist es unsere Verantwortung, Haltung zu zeigen und den antifaschistischen Grundkonsens hochzuhalten.“
Quelle: SPÖ Wörgl
- Beim Gedenktag: SPÖ-Stadtparteichef LA StR Christian Kovacevic und Elisabeth Fleischanderl, Tiroler SFK-Vorsitzende und SPÖ-Klubobfrau im Tiroler Landtag. Foto: SPÖ Wörgl
