Mit mehrheitlichen Beschlüssen legte der Wörgler Gemeinderat am 18. Februar 2026 Änderungen des Örtlichen Raumordnungskonzeptes sowie des Flächenwidmungsplanes für das WAVE-Erlebnisbad-Areal fest. Die Weichen wurden damit für eine gewerblich-industrielle Nutzung gestellt.
Für die angestrebte Verwendungszweckänderung des städtischen Grundstückes holte die Stadt Stellungnahmen vom Baubezirksamt Kufstein aus den Abteilungen Wasserwirtschaft und Straßenbau sowie von der Umweltabeitung und von der Wildbach- und Lawinenverbauung ein, die laut Bgm. Michael Riedhart „alle positiv waren“.
Bei den Festlegungen fürs Raumordnungskonzept sind Erdbewegungsunternehmen samt Nebentätigkeiten sowie Logistik-, Speditions- und Frächtereiunternehmen mit Ausnahme solcher, die am Standort keine wesentlich zusätzlichen Lkw-Bewegungen verursachen, ausgeschlossen. Weiters nicht erlaubt sind zentrumsaffine Handels- und Dienstleistungsbetriebe. Die Fortführung des südlich verlaufenden Grüngürtels ist sicherzustellen und die Ansiedelung von Betrieben mit hoher Arbeitsplatzdichte ist zu forcieren. Festgelegt wurde eine „überwiegend hohe Baudichte“ und „unmittelbarer Bedarf“.
Was auf dem WAVE-Areal geplant sei, wollte LA STR Christian Kovacevic wissen: „Wer sind die Interessenten? Zu welchem Pachtzins? Welche Art von Gewerbe und Industrie ist geplant? Diese Info wäre sehr hilfreich. In der Federer-Straße gibt es noch keine Schwimmbad-Widmung. Wäre es nicht gescheiter, dort zuerst zu widmen? So kommt der 2. vor dem 1. Schritt.“
„Was konkret dort hinkommt, regeln dann Verträge, über die der Gemeinderat entscheiden wird“, erklärte Riedhart ohne weitere Ausführungen über laufende Verhandlungen. Vizebgm. Roland Ponholzer fragte nach, welche hochwassertechnischen Schutzeinrichtungen aufgrund der Gelben Zone vorgesehen sind. Diese bedeute nicht automatisch ein Bauverbot, sondern etwa Regelungen, wie Mitarbeiter das Gebäude im Ernstfall zu verlassen haben. Es dürfen keine Stoffe dort gelagert werden, die kontaminieren wie etwa Dieseldepots. Die Frage nach einem Nachnutzungskonzept stellte auch GR Patricia Kofler. Worauf Riedhart meinte, das „hat mit der Änderung des Raumordnungskonzeptes nichts zu tun.“
„2025 wurden die Anrainer informiert, dass dort ein neues Heizkraftwerk der Stadtwerke gebaut wird“, merkte GR Iris Kahn an und wollte wissen, ob das nach wie vor so ist. Riedhart verwies darauf, dass der Stadtwerkechef Dr. Kandler nicht anwesend sei, um Auskunft zu geben und ließ die Frage damit unbeantwortet.
Zum Flächenwidmungsplan führte Riedhart noch Details zum Grünzug aus, der „südlich bis zur Innsbrucker Straße 6 Meter breit verläuft und damit auch Bäume gepflanzt werden können“ sowie zur Verkehrserschließung aus, die „auf dem Begleitweg im Eigentum der Stadt“ erfolgen soll. Riedhart teilte weiters mit, dass die Stadt bei Vorgesprächen mit dem Land betreffend neue Flächenwidmungen am WAVE-Areal wie auch am Scheiberfeld von dort Zustimmung signalisiert bekommen habe.
Bei den Abstimmungen zu Raumordnung und Flächenwidmung waren 15 Mandatare für die Änderungen, sechs stimmten dagegen – 2 Wörgler Grüne, 3 Wir für Wörgl.Liste Ponholzer und STR Christian Kovacevic.

