Zentrumsprojekt: Noch dichter bebaut

Der Wörgler Gemeinderat befasste sich am 18.2.2026 neuerlich mit dem Zentrums-Bauprojekt Wörgl-Mitte und genehmigte mehrheitlich noch mehr Nutzflächen in zwei Gebäuden: Das niedrigste Gebäude (ehemals Ibounig) wird um ein Stockwerk erweitert und beim Neubau auf dem Stadtgrundstück (ehemals Schachtnerhof) wird das oberste Stockwerk in zwei Etagen unterteilt, um durch Reduzierung der ursprünglichen Raumhöhe von 6 auf 3 Metern dort Wohnungen unterbringen zu können.

Die Umplanung am ehemaligen Ibounig-Areal geht dahin, dass entgegen der ursprünglichen Konzeption die Gastro nicht auf zwei Etagen, sondern nur mehr im Parterre angesiedelt werden soll. Für das 1. Obergeschoss ist nunmehr eine Büronutzung angestrebt. Um ein weiteres Stockwerk im Gebäude unterbringen zu können, darf jetzt um 1,3 Meter höher gebaut werden – somit wird auf die Tiefgarage eine Bau mit Erdgeschoss und zwei Obergeschossen realisiert. Die Beschlüsse zur Flächenwidmungsplanänderung (18 Ja-Stimmen, 3 Enthaltung WfW) und zur Bebauungsplan-Änderung (20 Ja-Stimmen) wurden mehrheitlich gefasst.

Die zweite Nutzflächenerweiterung betrifft das als Sonderfläche Amtsgebäude ausgewiesene Schachtner-Areal: Statt eines Amtsgebäudes soll nun ein Wohn- und Geschäftshaus realisiert werden, wofür „wir zurück zur Kerngebietswidmung wollen“, teilte Bgm. Riedhart mit.

STR LA Christian Kovacevic wies darauf hin, dass er den Grundstücksankauf für ein Amtsgebäude um 4,4 Millionen Euro aufgrund der Unfinanzierbarkeit eines Amtsneubaues abgelehnt hatte. „Leider haben sich unsere Befürchtungen bestätigt“, so Kovacevic, der wissen wollte, was jetzt konkrekt geplant sei – ob es schon Interessenten gäbe, ob hier privater oder gemeinnütziger Wohnbau vorgesehen sei. Jetzt sehe es so aus, als werde „das ganze Hochhaus Wohnungen. Wie weit weicht das vom ursprünglichen Plan ab?“

Bgm. Riedhart erklärte, dass sich nur das oberste Geschoss ändere, da eine Raumhöhe von 6 Metern die Nutzung einschränke. Was den Wohnbau privat und gemeinnützig angehe, hänge davon dann die Höhe des zu erzielenden Pachtzinses ab. (Die Behandlung des Baurechtsvertrages wurde von der Tagesordnung abgesetzt.) Riedhart kündigte für die nächste Gemeinderatsitzung eine Projektvorstellung. Die Beschlüsse zur Projektänderung wurden mehrheitlich mit 17 Ja-Stimmen gefasst.

SPAR-Erweiterung

Die Firma SPAR will ihr Betriebsareal nach dem Zukauf von Flächen und der Errichtung eines Personalwohnhauses nach Nordosten erweitern. Dazu soll der bestehende Grünzug verschoben und Raumordnung und Flächenwidmung angepasst werden – damit befasste sich der Gemeinderat am 18.2.2026, der dazu mit 20 Ja-Stimmen bei einer Stimmenthaltung grünes Licht gab.

„Das liegt alles in der Roten Zone“, wandte Vizebgm. Ponholzer ein und fragte, ob entsprechende Bewilligungen dann auch für private Grundbesitzer erteilt würden – etwa beim Wunsch nach Wohnraumerweiterung oder Garagenbau. „Im Prinzip kann in der Roten Zone gebaut werden, wenn entsprechende Gutachten vorgelegt werden. Das gilt auch für Private“, so Riedhart. Allerdings stelle sich die Frage, ob sich der erhöhte Aufwand für Private lohne.

„Ist eine Bebauung dort überhaupt möglich?“ wollte GR Kofler wissen. „Das ist nicht Gegenstand der Flächenwidmung und wird bei der Bebauung geprüft. Das ist jetzt nicht erheblich und Sache des Bauverfahrens“, erklärte Riedhart.

Weitere Beschlüsse

Zugestimmt wurde einer Änderung betreffend den geplanten Neubau des Wohn- und Geschäftshauses des Installationsbetriebes in der Brixentaler Straße, das ans ehemalige Sonnblick Areal angrenzt.  Somit besteht künftig für die oberen Stockwerke uneingeschränkte Wohnnutzung.

Um einen einheitlichen Bauplatz zu schaffen, stimmte der Gemeinderat mehrheitlich der Bereinigung einer Sportplatzwidmung beim Sportzentrum Wörgl zu.

 

 

Rot markiert sind die Flächen für die SPAR-Erweiterung.