Markierung – Kunst am Fluss

Das Heilsame von fließendem, klarem Wasser und bildender Kunst verbinden will der Skulpturen-Panoramaweg entlang der Brandenberger Ache, beginnend beim Skulpturenpark in Mariathal bis zur Mündung in den Inn. Der Kunstverein „Freunde zeitgenössischer Kunst“ steht hinter dem Projekt, das jetzt um eine „Markierung“ reicher ist: am 26. April 2026 fand die feierliche Enthüllung der Marmor-Skulptur von Helmut Nindl durch Bürgermeister Andreas Gang, Kunstvereinsobmann Dr. Martin Seiwald und den Künstler statt.

„Mit diesem Platz wurde etwas Tolles geschaffen“, stellte Bgm. Andreas Gang beim Festakt am Heilwasserweg im Zentrum Kramsachs unweit des Gemeindeamtes fest und dankte Nindl und dem Kunstverein „für euren Einsatz für die Kunst“, wobei ihn an Nindls „Markierung“ die handwerkliche Umsetzung ebenso wie die Botschaft der Skulptur imponiere.

Die neue, 3,5 Tonnen schwere Skulptur aus Kramsacher Marmor sei „ein weiterer Mosaikstein am Skulpturen-Panoramaweg“, wie Kunstvereinsobmann Dr. Martin Seiwald betonte. Man wolle die „Lebensader Ache“ vom Skulpturenpark in Mariathal bis zur Mündung in den Inn mit Skulpturen bespielen, „um einen niederschwelligen Zugang zur Kunst zu schaffen. Und das gelingt am besten im öffentlichen Raum. Kunst ist Teil des Lebens, die Beschäftigung mit Kunst ist wohltuend und gesundheitsfördernd.“ Dabei setzt der Kunstverein auf künstlerisch hochwertige Skulpturen: „Wir wollen zeitgenössische Kunst aus unserer Region präsentieren – das bleibt von uns, das sind unsere Spuren.“ Skulpturen, die den Gedankenfluss anregen sollen. Zwei bis drei davon soll es noch geben.

Den Werdegang des Künstlers schilderte die Kunsthistorikerin Dr. Maria Schuchter. Der aus Wörgl stammende Bildhauer Helmut Nindl, Jahrgang 1955, studierte in München Bildende Kunst, war als Lehrer und Restaurator tätig und „entwickelte eine reiche Formensprache. Markieren heißt kennzeichnen, herausheben.“ Das begleite die Menschheitsgeschichte von Beginn an. Nindls Skulptur aus Kramsacher Marmor, der von zwei Seiten aus bearbeitet wurde und auf der Vorderseite ein Kreuzung sowie eine Linie – interpretierbar als Gehirn, aber auch als Weg – zeigt, kombiniere bewusst ein altes, traditionsreiches Material mit moderner Formensprache und setze so ein Zeichen, das zur Besinnung und zum Nachdenken anregen will.

Im Stein soll durchaus „Zeitgeist drinstecken“, erklärte Nindl, der sich bei der Gemeinde Kramsach sowie beim Kunstverein Freunde zeitgenössischer Kunst Kramsach bedankte, bei dem alle ehrenamtlich und mit viel Engagement dabei sind. In Kombination mit neu aufgestellten Bänken lädt das Platzerl zum Verweilen ein. Was durch die köstlichen kulinarischen Beiträge der Kunstvereinsmitglieder nach der offiziellen Enthüllung gründlich ausgekostet wurde.

Feierlicher Festakt für eine weitere Station am Kramsacher Skulpturen Panorama Weg: am 26. April 2026 wurde Helmut Nindls Skulptur Markierung feierlich enthüllt. Foto: Veronika Spielbichler
Kunstvereins-Obmann Dr. Martin Seiwald, Künstler Helmut Nindl und Bürgermeister Andreas Gang enthüllten die Skulptur „Markierung“, gefertigt aus Kramsacher Marmor. Foto: Veronika Spielbichler
Die Kunsthistorikerin Dr. Maria Schuchter ging auf Nindls Biografie und Kunst ein. Foto: Veronika Spielbichler
Auf Gemeindegrund an der Brandenberger Ache befindet sich die neue Skulptur „Markierung“ von Helmut Nindl, deren Aufstellung von den Freunden zeitgenössischer Kunst Kramsach-Tirol als weiterer Mosaik-Stein am Skulpturen Panorama Weg gefeiert wurde.
Fotoshooting – vor der Kamera die Kunsthistorikerin Dr. Maria Schuchter, der Kramsacher Bildhauer und künstlerische Leiter des Kunstvereines Alois Schild sowie Kramsachs Kulturreferentin Sonja Pajic, die ebenso wie die Gemeinderäte DI Manfred Lechner, Verena Gruber und Thomas Wurzenrainer beim Festakt dabei waren. Foto: Veronika Spielbichler
Entlang der Brandenberger Ache entsteht der Skulpturen Panorama Weg. Zu den Kunstwerken zählt der Stein im Fluss „Konstruktion einer Landschaft“ von Gerhard Scholz aka Die Firma, 1988. Foto: Veronika Spielbichler
Kunstobjekt als Sitzgelegenheit: Das „Mistelsofa“ von Gerhard Scholz. Foto: Veronika Spielbichler
Ein „Störfall“ beim Kunstwerk? Das „Firmament des Nordens“ von Christine Falbesoner am Skulpturen Panorama Weg erhielt jüngst eine unpassende „Erweiterung“ in Form einer Hinweistafel mit Benützungsregeln für die unweit davon errichtete öffentliche Feuerstelle. Samt „Asche-Kübel“. Mit Respekt vor der Kunst ließe sich doch sicher ein besserer Ort fürs Feuerstellen-Mobiliar finden…