„Loew – Lebenswege einer jüdischen Familie“ titelt das Buch, das am 24. April 2026 auf Einladung des Rotary Club Wörgl-Wildschönau im Komma Wörgl von den beiden Autoren David und Paul Gulda mit einer am Konzertflügel musikalisch untermalten Lesung und lebhaftem Zwie-Gespräch vorgestellt wurde. Die beiden Brüder ließen bei ihrer historischen Zeitreise die Familiengeschichte ihrer Mutter Paula Loew lebendig werden, eingebettet in 200 Jahre Weltgeschichte.
Vier Jahre recherchierte David Gulda auf den Spuren seiner Vorfahren in Archiven in Tschechien, Österreich, Kroatien, Italien und Argentinien auf der Suche nach Dokumenten, die den spärlichen Nachlass einiger Gegenstände und Briefe sowie mündliche Überlieferung belegen sollten. Und wurde fündig – nicht nur in Bezug auf Daten, er entdeckte heute noch lebende Verwandte, von denen die Familie bislang nichts wusste. Ein Stammbaum, verwoben mit Weltgeschichte und atmosphärisch entfaltet auf über 240 Seiten, den Paul Gulda mit seinem Nachwort „Klänge einer Kindheit“ ergänzt.
Mit Musik der jeweiligen Epochen von jiddischen, mährischen und burgenland-kroatischen Volksweisen über Haydn, Strauss, Schubert, Chopin und Ullmann bis hin zum argentinischen Tango untermalte Paul Gulda mit Klangfarben den atmosphärischen Abend, zu dem Wörgls Alt-Bürgermeisterin Hedi Wechner begrüßte. Dass die beiden Söhne der Schauspielerin Paula Loew und des weltbekannten Pianisten Friedrich Gulda in Wörgl ihre Familiengeschichte vorstellten, wurzelt in der Biografie des Autors – David Gulda war als promovierter Jurist mit Philosophie-Studium lange Jahre im In- und Ausland in der Wirtschaft tätig, u.a. in leitender Funktion in Gerhard Bergers Logistik-Unternehmen. Paul Gulda ist seit 1980 im In- und Ausland als Pianist, Musiker und Pädagoge beruflich engagiert.
1802 beginnt die Zeitreise, da wurde der älteste gefundene Vorfahr Isaak Loew in Nordmähren geboren, und wuchs wie seine Frau Hannah Frankl als Waisenkind auf. Familienglück war über Jahrhunderte untrennbar mit der leidvollen Geschichte des Judentums in Europa verwoben – David Gulda sieht sein „Buch gegen das Vergessen“ auch als Mittel, durch das Erinnern neuerliches Leid durch Antisemitismus zu verhindern und als „Inspiration für alle, die eigene Familiengeschichte zu erforschen!“
Mit dem Spendenerlös des Abends unterstützt der Rotary Club Wörgl Brixental unter Präsidentin Dr. Claudia Hellebart ein Bildungs- und Sozialprojekt der Region unter dem Motto „Lesen fördern – Geschichte(n) verstehen.“ Das höchst empfehlenswerte Buch „Loew“, erschienen im Böhlau-Verlag, ist u.a. bei der Buchhandlung Zangerl in Wörgl erhältlich.





