„Geldgeschichten – Von Macht, Vertrauen und Wandel“ – unter diesem Motto wurde am 24. September 2026 in Innsbruck die Sonderausstellung des Geldmuseums im Kassensaal der Nationalbank OeNB West feierlich eröffnet, die noch bis Herbst 2027 zu sehen ist. Zu den vorgestellten Persönlichkeiten und ihren eigenen Geldgeschichten zählt auch Wörgls Freigeld-Bürgermeister Michael Unterguggenberger.
„Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Persönlichkeiten unterschiedlicher Epochen und ihre ganz eigene Geldgeschichte. Geld im Alltag prägte den gesellschaftlichen Wandel“, erklärte Markus Fidler, Leiter der Zweiganstalt einleitend zur Zeitreise in die Geldgeschichte bis zurück in die römische Kaiserzeit. Zentrales Element einer Währung sei zu jeder Zeit das Vertrauen, wobei Fidler Adam Smith zitierte: „Alles Geld ist eine Frage des Glaubens, des Vertrauens.“
Wie erlebt ein römischer Kaiser eine Währungskrise? Aus der Ich-Perspektive erzählen alle porträtierten Persönlichkeiten ihre eigene Geschichte. Mit der Münzreform von Kaiser Theodosis I. im 4. Jahrhundert n.Chr. beginnt die didaktisch ansprechend aufbereitete Geldgeschichte, in der Tiroler vom Mittelalter an mit Innovationen die Entwicklung weltweit beeinflussten. Meinhard II, Sigismund der Münzreiche, Ulrich Ursentaler der Ältere und Claudia de Medici erzählen vom Aufstieg der Münzprägestätte Hall. Die Neuordnung des Münzwesens durch Kaiserin Maria Theresia folgt die Geschichte von John Law, der mit Papiergeld und Kredit Frankreich im 18. Jahrhundert aus der Krise holte.
Eine weitere Station ist dem Gouverneur Joseph Carl Graf von Dietrichstein der 1816 gegründeten „priveligierten österreichischen Nationalbank“ gewidmet. Mit Peter Ritter von Bohr darf auch ein Geldfälscher seine Geschichte erzählen. Vom Kapitalmarkt und von der Börsenkatastrophe in Wien 1873 berichtet Adolf Ignaz Mautner von Markhof.
„Ich, Michael Unterguggenberger, erlebte die Zwischenkriegszeit als Epoche der Verzweiflung“, beginnt Michael Unterguggenbergers Statement zum Wörgler Freigeld-Experiment 1932/33, das seither viele Nachahmer gefunden hat. Der Übergang in die digitale Geldwelt beginnt in der Ausstellung mit der ersten Kreditkarte, die vom Gründer des Diners Club, dem Amerikaner Frank X. McNamara vorgestellt wird.
„Währungen sind Versprechen – und gebrochene Versprechen rächen sich“, heißt es im Text von Jacques Rueff, der die Geschichte des Euro anhand früher Medaillen und Sonderprägungen auf der Suche nach der heutigen Europäischen Währungsunion samt Gründung der Europäischen Zentralbank schildert. Österreichs erste Ministerin Grete Rehor kämpfte für wirtschaftliche Selbstbestimmung der Frauen in der „Wirtschaftswunder-Zeit“ und abschließend wird mit Robert Kalina der Grafiker vorgestellt, der Banknoten wie den 500 Schilling-Schein Rosa Mayreder oder die mit Brücken-Architektur versehenen Euro-Scheine gestaltete.
Die aus der Ich-Perspektive erzählten Geldgeschichten orientieren sich an historischen Ereignissen, sind aber keine wörtlichen Zitate. Die Ausstellung kann bis Herbst 2027 bei freiem Eintritt montags bis freitags von 8-12 und 13-15 Uhr besucht werden, Gruppenführungen ab 10 Personen nach Vereinbarung – Anmeldung unter Email regionwest(at)oenb.at oder telefonisch 0512-908100. Weitere Info online auch auf www.geldmuseum.at sowie www.oenb.at
Die Vernissage wurde von einem jungen Zirler Volksmusik-Trio musikalisch umrahmt und als Gastredner erläuterten Werner Nuding die Tiroler Geschichte der Münze Hall und Petia Niederländer, OeNB-Verantwortliche für den digitalen Euro, die Entwicklung vom materiellen Geld hin zur Digitalisierung.





