Die jüngsten Entwicklungen in der Wörgler Stadtpolitik nimmt Gemeinderätin Elisabeth Werlberger zum Anlass für eine öffentliche Stellungnahme: „Ich kann damit leben, wenn jemand politisch anderer Meinung ist als ich. Unterschiedliche Standpunkte gehören zur Demokratie. Entscheidend ist, dass wir respektvoll miteinander umgehen und sachliche Kritik zulassen.“
„Politische Funktionen können sich verändern. Das gehört zur Demokratie. Entscheidend ist, dass politische Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden und unterschiedliche Positionen ihren Platz behalten. Man kann mir eine Funktion nehmen. Was man mir nicht nehmen kann, ist meine Überzeugung und meine Stimme“, so Werlberger, die „Offenheit statt Gespräche hinter verschlossenen Türen“ fordert.
Kritisch sieht Werlberger den Umgang mit unterschiedlichen politischen Positionen. Auch im Zusammenhang mit einer offenbar heimlich angefertigten Tonaufnahme stellen sich für sie und ihren Mann Hubert Werlberger, Gemeinderat und ebenfalls freier Mandatar, Fragen zur politischen Kultur: „Wenn es Kritik oder Fragen an mich gibt, bin ich jederzeit bereit, mich einem offenen Gespräch zu stellen. Ich erwarte mir, dass man direkt mit mir spricht und nicht über mich. Politische Auseinandersetzungen müssen fair, transparent und auf nachvollziehbaren Fakten beruhen.“
Werlberger: „Sachpolitik muss im Mittelpunkt stehen“
Werlberger fordert, politische Entscheidungen konsequent an den Bedürfnissen der Bevölkerung auszurichten. Projekte müssten nach Bedarf, Dringlichkeit, Priorität, Finanzierbarkeit und ihrem tatsächlichen Nutzen für die Menschen beurteilt werden: „Die Menschen in Wörgl erwarten sich Lösungen und keine politischen Machtkämpfe. Entscheidend muss sein, was für unsere Stadt sinnvoll ist und welchen konkreten Nutzen ein Vorhaben für die Bevölkerung bringt.“
Gerade bei sozialen und gesellschaftspolitischen Anliegen dürfe nicht entscheidend sein, wer eine Idee eingebracht habe oder wem die Umsetzung politisch zugeschrieben werde. Werlberger: „Gute Ideen müssen unabhängig davon weiterverfolgt werden, von wem sie stammen. Wenn ein Projekt sinnvoll und notwendig ist, muss das Wohl der Bevölkerung im Vordergrund stehen – und nicht die Frage, wer dafür die politische Anerkennung bekommt.“
Werlberger betont, dass „mein politisches Mandat auf dem Vertrauen der Wählerinnen und Wähler beruht. Dieses Vertrauen verstehe sie als Auftrag, mich für die Anliegen der Bevölkerung einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Ich bin in die Politik gegangen, weil ich etwas für die Menschen bewegen möchte. Ich nehme mein Mandat ernst und werde meine Überzeugungen nicht aufgeben, nur weil sie nicht immer auf Zustimmung stoßen.“
Sie sei jederzeit bereit, zuzuhören, Argumente abzuwägen und Kompromisse zu finden. Für sie bedeute politische Zusammenarbeit jedoch nicht, die eigene Meinung zurückzustellen, um Konflikten aus dem Weg zu gehen: „Ich muss nicht immer recht haben. Aber ich möchte meine Meinung sagen dürfen, wenn ich von einer Sache überzeugt bin. Kompromissbereitschaft bedeutet, gemeinsam Lösungen zu finden – nicht, die eigene Haltung aufzugeben.“
Auch wenn die jüngsten Entwicklungen für sie persönlich enttäuschend seien, wolle Werlberger ihren politischen Weg weiterhin sachlich und unabhängig verfolgen. Eine persönliche Abrechnung sei nicht ihr Ziel.
„Ich werde mich nicht verbiegen, nur um es mir politisch leichter zu machen. Mein Anspruch ist es, ehrlich zu bleiben, Verantwortung zu übernehmen und mich weiterhin für die Anliegen der Menschen einzusetzen.“ Politische Verantwortung bemesse sich nicht an einer Funktion, sondern „an der Bereitschaft, sich einzubringen, Missstände anzusprechen und an Lösungen mitzuwirken. Ein Amt ist eine Funktion auf Zeit. Politische Überzeugung und Verantwortungsbewusstsein hängen nicht an einem Titel. Ich werde mich auch weiterhin mit voller Überzeugung für Wörgl einsetzen.“
Ein Appell für eine respektvolle politische Zusammenarbeit
Für die Zukunft wünscht sich Werlberger mehr direkte Gespräche, nachvollziehbare Entscheidungen und einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Standpunkten. Politische Vielfalt dürfe nicht als Hindernis betrachtet werden, sondern müsse als Chance für bessere Entscheidungen verstanden werden.
„Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen – und vom Mut, sie offen auszusprechen. Wir sollten unsere Energie nicht dafür verwenden, einander politisch zu schwächen. Wir sollten sie dafür einsetzen, Wörgl weiterzubringen. Die Bevölkerung erwartet zu Recht, dass wir Verantwortung übernehmen, Anliegen ernst nehmen und gemeinsam an Lösungen arbeiten“, so Werlberger.
