Die „Brooks“ gehören zur DNA des Bruckhäusler Dorflebens – und das seit 70 Jahren! Ein Jubiläum, das am 14. Juni 2026 mit einem Volksfest gebührend gefeiert wurde: Zum Herz-Jesu-Sonntag fanden sich die Dorfgemeinschaft und Gäste aus dem Bezirk Kufstein mit 17 Fahnenabordnungen zum Festgottesdienst, Festumzug und zum Frühschoppen mit der BMK Bruckhäusl im großen Festzelt ein, bei dem auch Ehrungen vorgenommen wurden.
Mit dem landesüblichen Empfang samt Ehrensalve der Wörgler Sepp Innerkofler Standschützenkompanie begann das Jubliläumsfest vor der Holzmeisterkirche, in der Pfarrprovisor Christian Hauser die Herz-Jesu-Messe zelebrierte, musikalisch umrahmt von der BMK Bruckhäusl. Hauser erinnerte an den Ursprung des Herz Jesu-Bundes 1796, der sich gegen die Gewalt der napoleonischen Truppen formte. Der seither jährlich durch einen Schwur erneuerte Bund treffe heute auf Kritik, wirke antiquiert und verstaubt.
„Aber das Herz-Jesu-Fest kann wertvolle Impulse für einen authentischen Glauben geben“, so Hauser, der aus Papst Leos neuer Enzyklika zitierte, in der er vor KI als Waffe warnt. Die Politik sei aufgerufen, Regeln für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz zu schaffen, um neuen Formen der Entmenschlichung entgegenzutreten. „Wahrer Fortschritt entspringt dem Herz, das für andere offen ist, das verbindet und nicht trennt“, so Hauser. Erst brauche es emotionale Intelligenz, Barmherzigkeit und Herzlichkeit, womit Hauser die Brücke zum Evangelium vom verlorenen Schaf schlug: Für die KI wäre bei 99 Schafen ein verlorenes ein Kollateralschaden – für Jesu sei die erfolgreiche Suche danach Grund zu Freude und Jubel. „Jede Intelligenz braucht Herz, sonst geht sie in die Irre“, endete Hauser seine Predigt, in der er das Wirken der Schützengilde Bruckhäusl im Hinblick auf Jugendarbeit, sportliche Erfolge und gesellschaftlichen Zusammenhalt durch Mitwirkung bei und die Ausrichtung von Veranstaltungen wie dem Ostereierschießen hervorhob.
Ein Jubiläum sei Grund, inne zu halten – für die Zukunft gab Hauser der Schützengilde das Motto des bayerischen Politikers F.J. Strauss mit auf den Weg: „Dankbar rückwärts, mutig vorwärts und gläubig aufwärts schauen.“
Nach dem Gottesdienst, bei dem der Herz-Jesu-Schwur erneuert wurde, formierte sich der Festumzug, angeführt von der BMK Bruckhäusl. Vor dem Schützen-Vereinsheim nahmen die Ehrengäste Aufstellung, darunter Tirols Landesoberschützenmeister Jochen Klammsteiner, Landesschützenmeister Manfred Schachner, Bezirksoberschützenmeister Hannes Bodner, ASVÖ-Bezirksobmann Johann Schilchenmaier und Vertreter der Politik wie NR Josef Hechenberger, LA STR Christian Kovacevic, die Bürgermeister von Kirchbichl Herbert Rieder und Wörgl Michael Riedhart sowie zahlreiche Gemeindemandatare.
Die Tiroler Landesfahne wehte im Festzug ebenso wie die Fahnen der Standschützenkompanie Wörgl, der Schützengilden von Bad Häring, Brixlegg, Kirchbichl, Kramsach, Kundl, Niederndorf, Schwoich, Söll, Walchsee und Bruckhäusl, des Kameradschaftsbundes Wörgl, der Freiwilligen Feuerwehr Bruckhäusl sowie der Landjugend von Wörgl, Kirchbichl und Langkampfen.
Ziel des Aufmarsches war das 1000-Mann-Festzelt hinter dem Schützenheim, das die Schützengilde Bruckhäusl mithilfe zahlreicher helfender Hände aufgebaut hatte. Beim Festbetrieb selbst waren 65 Mitglieder – auch der Nachwuchs – fleißig im Einsatz, um Hunger und Durst der Gäste zu stillen. Die BMK Bruckhäusl unterhielt beim Frühschoppen mit Schlagermedleys, Polkas und Marschmusik, wobei der junge Flügelhorn-Solist Lukas für sein Solo in „My dream“ besonderen Applaus erntete – als Multitalent zählt er auch beim Schützennachwuchs zu den Treffsichersten.
Den Höhepunkt des Jubiläumsfestes bildete der Rückblick von Oberschützenmeister Hans Oberhofer auf 70 Jahre Vereinsgeschichte mit anschließenden Ehrungen. Die Gründung 1956 erfolgte beim Bruckhäuslwirt, wo der erste Schießstand errichtet wurde. Ein Meilenstein war dann die Eröffnung des gemeinsam mit der BMK Bruckhäusl errichteten Vereinshauses, das mit drei Umbauten auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde. Die Traditionspflege mit Ausrückungen mit Schützenfahne und Schützenkönigskette sei lebendiger Bestandteil des Dorflebens. Das Hauptaugenmerk gelte aber dem Schießsport und vor allem der Jugendarbeit. Sportliche Erfolge wurden nicht nur regional, sondern auch bei Staatsmeisterschaften und internationalen Bewerben erzielt. Groß geschrieben werde auch der kameradschaftliche Aspekt: „Alle Vereine stehen angesichts des gesellschaftlichen Wandels vor Herausforderungen. Bei einem funktionierenden Verein Mitglied zu sein, ist heute wichtiger denn je“, ist Hans Oberhofer überzeugt. Die Schützengilde Bruckhäusl trägt nicht nur in den eigenen Reihen zum gelingenden Miteinander bei, sondern richtet mit dem Ostereierschießen ein Event für die gesamte Region aus – heuer wurden dabei 36.500 Eier benötigt!
Ehrungen
Dank und Anerkennung sprach die Schützengilde Bruckhäusl verdienten Mitgliedern sowie Wegbegleitern aus. Sichtlich überrascht und erfreut nahm Kirchbichls Bürgermeister Herbert Rieder, der kürzlich sein 35jähriges Bürgermeister-Jubiläum feiern konnte, die Silberne Verdienstmedaille des Bezirkes Kufstein entgegen, ebenso Josef Schreder. Für die Raiffeisenbank Wörgl konnte Caroline Ebner die Silberne Ehrennnadel des Landesschützenbundes abholen. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurden Michael Golez, Robert Oberhofer jun., Andrea Plattner, Michael Gruber, Andreas Fuchs, Mario Fuchs und Nicole Sammer ausgezeichnet, für 40 Jahre Helmuth Oberhofer und Werner Unterberger, für 50 Jahre Maximilian Keuschnigg und für 60 Jahre Ehren-Oberschützenmeister Johann Unterberger. Hans Oberhofer dankte „Zeremonienmeister“ Manfred Schachner und Hannes und Christine Breitenlechner für die Bereitstellung der Festwiese sowie der Feuerwehr, dem Samariterbund und den vielen HelferInnen und Sponsoren, die das Jubiläumsfest ermöglichten.
„Die Brooks sind etwas Besonderes – ich habe mit fünf Obleuten zusammengearbeitet und hier viele schöne Stunden erlebt“, begann Bgm. Herbert Rieder seine Grußworte, in denen er die weibliche Präsenz in der Gilde hervorhob und das Ostereierschießen zum „schönsten Zweikampf der Gemeinden Wörgl und Kirchbichl“ erkor: „Egal wer gewinnt, die Eier werden geteilt.“ In den Reigen der Gratulanten reihte sich Wörgls Bürgermeister Michael Riedhart ebenso ein wie NR Josef Hechenberger und Jochen Klammsteiner. Der schönste Moment für OSM Hans Oberhofer war wohl das Ende des Festaktes mit Standing Ovations im vollen Festzelt!
Womit aber längst nicht das Ende des Jubiläumsfestes gekommen war – mit „Zillertal Power“ wurde nachmittags ausgelassen weiter gefeiert, wobei Weinbar, Weißbierwagen, ein eigener Kinderbereich, eine große Auswahl selbst gebackener Kuchen und Torten und das Schießen auf die Jubiläumsscheibe am Schießstand im Schützenheim beste Stimmung und Unterhaltung garantierten. „Es ist alles top gelaufen, ohne Zwischenfälle“, freuen sich Hans Oberhofer und die „Brooks“.
































