„Vorab möchten wir uns als Sektion Wörgl Wildschönau des Österreichischen Alpenvereins bei allen jenen bedanken, welche in den letzten Monaten viel Zeit und Energie in die Lösungssuche für den Weiterbetrieb der Kletterhalle in Wörgl gesteckt haben. Es wurden mit dem Eigentümer des Gebäudes, mit Interessenten, sowie auch mit den umliegenden Sektionen des Alpenvereins und dem Hauptverband sehr offene und wertschätzende Gespräche geführt“, heißt es in der Aussendung der ÖAV Sektion Wörgl-Wildschönau am 4. August 2026.
Aktuell stelle sich die Situation jedoch so dar, „dass mittlerweile der letzte interessierte Bewerber die Fortführung der Halle abgelehnt hat. Die Gründe für die Absage sind bei allen Bewerbern ident. Trotz der Bemühungen des Eigentümers ist eine wirtschaftliche Führung der Kletterhalle an diesem Standort und mit dieser Dimension zu riskant“, teilt ÖAV-Obmann Harald Ringer mit.
Es sei zwar eine Tatsache, dass es einen Bedarf am Vorstiegs-Klettern, vor allem für Trainingszwecke und schwieriger Routenwahl, im Tiroler Unterland geben würde, die Angebote in der Umgebung jedoch als Konkurrenz zu massiv vorhanden seien. Darüber hinaus hätten die laufenden Sondierungen hinsichtlich der Förderungen von Gemeinde und Land Tirol nur begrenzte Möglichkeiten aufgezeigt, was wiederum dazu führe, dass die notwendigen Investitionen für eine sinnvolle Neueröffnung nicht finanzierbar sind. Auch dem Tourismusverband stehen laut der letzten Auskunft nur begrenzte Mittel zur Verfügung, heißt es in der Aussendung.
„Die Sektion Wörgl-Wildschönau des Österreichischen Alpenvereins wird sich daher aus den weiteren Gesprächen bezüglich der Kletterhalle in Wörgl zurückziehen und die Energie und finanziellen Mittel auf das Kerngebiet des Alpenvereins beschränken“, teilt Ringer mit. Das Wettkampf-Klettern an sich liege nicht im Aufgabenbereich des Österreichischen Alpenvereins, erlebe jedoch im Jugendbereich in Wörgl eine Hochblüte. „Die Trainingseinheiten werden wir bis Jahresende mit unseren Trainern und Trainerinnen vor allem in der Kletterhalle in Innsbruck fortsetzen und aus jetziger Sicht dann beenden. Für die Jugend-Leistungsgruppe der Sektion besteht bereits jetzt die Möglichkeit beim Landeskletterverband weiterhin aktiv zu sein. Wir werden auch weiterhin den Klettertreff – aktuell jeden Donnerstag in der Kletterhalle in Ellmau – unterstützen, mit Kinder- und Jugendgruppen regelmäßig Kletterkurse in den umliegenden Hallen organisieren und die sommerlichen Klettertage im Freien als Camp anbieten“, so Ringer.
„Mit dem Direktor einer Schule in Wörgl und dem Hauptverband des ÖAV wurden Gespräche begonnen, um in einer höheren Turnhalle Kletterwände zu errichten, um diese für den Turnbetrieb, aber auch für Vereine in Folge zugänglich zu machen. Hier werden wir in den nächsten Monaten einige Gespräche führen, versuchen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen und eine Lösung zu finden“, erklärt Ringer weiter und abschließend: „Wir bedauern als Sektion diese Entwicklung, welche vor allem der allgemeinen Situation geschuldet ist. Sollte es, wie von politischer Seite vor geraumer Zeit angekündigt doch noch eine Rettung der Halle geben, stehen wir natürlich für etwaige konstruktive Gespräche zur Verfügung.“
LA STR Kovacevic bedauert Kletterhallenschließung
„Dass sich der Österreichische Alpenverein aus den weiteren Gesprächen bezüglich der Kletterhalle zurückziehen wird, ist bedauerlich, aber aufgrund der fehlenden Perspektiven nachvollziehbar“, teilt dazu STR LA Christian Kovacevic in einer Presseaussendung mit. „Umso ärgerlicher ist im Nachhinein das sorglose und völlig unverantwortliche Versprechen des Bürgermeisters vom Februar 2026, dass die Kletterhalle ohnehin geöffnet bleiben würde.“. Dieses Verhalten des Bürgermeisters „schadet allgemein dem Ansehen und dem Vertrauen in die Politik“, so Kovacevic. KletterhallennutzerInnen hätten sich große Hoffnungen gemacht und seien nun dementsprechend noch mehr enttäuscht.