Nindl: „Kunst ist Kommunikation“

„Kunst ist Kommunikation – vielschichtig und komplex“ – so fasst der aus Wörgl stammende Bildhauer Helmut Nindl die Leitlinien seines künstlerischen Wirkens zusammen. Seine eigens für den Galerieraum konzipierte Ausstellung unter dem Motto „50 Jahre Bildhauer-Atelier – Mensch  Raum Kunst Dialog“ in der Galerie am Stadtplatz zeigt neben einer Retrospektive auch neue Arbeiten und bindet den gesamten Raum in seine Installation ein.

Ecken und Kanten, strenge geometrische Formen, das Spiel mit Licht und Schatten in wechselnden Perspektiven und dann wieder verspielte feine Linien – Helmut Nindl entwickelte seine eigene Formensprache, von deren Reichhaltigkeit und Tiefe sich die GaleriebesucherInnen noch bis 31. Jänner selbst ein Bild machen können. Die drei eingerichteten Räume korrespondieren und weisen über den Galerieraum hinaus, den Nindl wie sein Atelier „als Ursprungsquadrat“ begreift.

Mag. Helmut Nindl, 1955 geboren, studierte nach der HTL Innsbruck Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München und ist seit 1979 als freischaffender Bildhauer tätig. Außer der Arbeit im eigenen Atelier zählten zunächst Restaurierungsarbeiten an Stuckaturen und historischen Steinobjekten zu seinem beruflichen Werdegang, der ihn von 1983 bis 2020 als Lehrer an die Glasfachschule-HTL Kramsach führte sowie von 2016 bis 2020  an die kirchlich pädagogische Hochschule Edith Stein in Stams. 1996 wurde ihm der Professorentitel verliehen, 2010 der Titel Oberstudienrat.

Ausstellungen, Reisen und Studienaufenthalte führten Nindl durch Österreich, Europa und in die USA. Den Horizont erweitern – das zählt zu den Grundanliegen seiner Kunst, die auch mehrfach im öffentlichen Raum zu sehen ist, etwa in Krems, Fieberbrunn und Innsbruck. Neben Lehrberuf und künstlerischer Arbeit engagiert sich Nindl bei Initiativen im Bereich Kultur und Politik. Er organisierte 20 Jahre lang die Kunsttage Kramsach, wo er zurzeit auch als Gemeinderat tätig ist.

Nindl leitet seit zwei Jahren als Obmann den Wörgler Verein Polylog: „Die Beseelung des Vereines erfolgt durch Kurator Günther Moschig – ich begleite funktionärsmäßig – eine sinnstiftende Tätigkeit“, meinte Nindl bei der Vernissage, bei der Bürgermeister Michael Riedhart die Ausstellung eröffnete und Nindl „für die sehr gute Zusammenarbeit“ dankte.

Nindls Kunst und den Umstand, dass mit ihr nicht immer sorgsam umgegangen wird, erläuterte Dr. Günther Moschig, Kurator des Vereins Polylog, bei seinen Ausführungen zur Ausstellung in der Galerie am Stadtplatz und bezog sich damit auf den Umstand, dass ein Brunnen von Helmut Nindl aus dem Stadtbild verschwand und beim Schützenheim im Lahntal wieder auftauchte – zwar noch als Brunnen genützt, nicht aber in der geplanten Art. Worauf Bürgermeister Riedhart zusicherte, „dafür noch einen würdigen Platz zu finden.“

Das Publikumsinteresse bei der Vernissage war bereits enorm, Gäste aus nah und fern – u.a. mit Dr. Günther Dankl der ehemalige Leiter der Modernen Sammlungen des Tiroler Landesmuseums – nützten die Gelegenheit, in Nindls Lebenswerk einzutauchen und ins Gespräch zu kommen. Fürs köstliche Vernissagenbuffet mit Schlutzkrapfen, Krautsalat und Pana Cotta sorgten einmal mehr Lisi und Hermann Hörhager von Voi Guat. Die Ausstellung „Mensch Raum Kunst Dialog“ ist noch bis 31. Jänner jeweils donnerstags und freitags von 16:30-19:30 und samstags von 10:00-13:00 und 14:00-16:00 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Eine online-Werkschau gibt´s auch auf www.nindl.info