In der Wörgler Pfarrkirche verabschiedeten sich am 10. April 2026 Familie, Freunde und Wegbegleiter von Rudolf Pardon, der am Karfreitag, 3. April 2026 im Alter von 83 Jahren diese Welt für immer verlassen hat. Rudi Pardon wirkte im Heimatmuseumsverein Wörgl über ein Jahrzehnt im Vorstand als Kustos mit und stellte sein umfangreiches historisches Wissen über die Zementindustrie mehrfach für die Öffentlichkeit zur Verfügung.
Rudi Pardon kam am 23. März 1943 in Hainburg an der Donau zur Welt und wuchs glücklich im elterlichen Zuhause gemeinsam mit zwei Schwestern auf. Im Alter von 17 Jahren kam er nach Tirol, und fand bei den Perlmooser Zementwerken sein Wirkungsfeld, das ihn nicht nur beruflich beschäftigte – Rudi begann früh, sich für die Geschichte der Zementindustrie zu interessieren und zu sammeln, was historisch wertvoll war – Bergbau-Geräte ebenso wie Fotos und Dokumente.
Als Kustos des Heimatmuseums Wörgl gestaltete er gemeinsam mit Kurator Dr. Günther Moschig 2011 die Ausstellung „Kink – Kraft – Saulich – Egger-Lüthi“ zu den Anfängen der Zementindustrie im Tiroler Unterland und rief damit die Pionierleistungen der regionalen Industriegeschichte in Erinnerung. Rudi Pardon stellte dem Heimatmuseum, für das er bis 2019 als Kustos tätig war, dafür auch Exponate aus seinem Privatbesitz zur Verfügung. Seine Leidenschaft für Feinmechanik und das Uhrmacher-Handwerk brachte er ebenfalls im Heimatmuseumsverein ein, als es galt, eine alte, schmiedeeiserne, verschlossene Kiste zu öffnen. Nach 70 Stunden Tüftel-Arbeit hatte es Rudi geschafft – das Schloss war geöffnet und ein Nachschlüssel angefertigt.
Rudi Pardon unterstützte den Verein Bruckhäusl aktiv sowohl bei der Foto-Ausstellung „Bruckhäusl seinerzeit – die Arbeitswelt“ als auch das Dorfbuch-Projekt mit seinem Wissen und historischem Material und stand für die 2011 erstellte Video-Dokumentation über die abgerissenen Wasserkraftwerke in Einöden und Pinnersdorf in Wörgl-Boden vor der Kamera von Egon Frühwirth. Rudi gab stets uneigennützig und mit Begeisterung sein Wissen weiter.
Rudi Pardon heiratete 1968 seine Frau Erika, ein Jahr später kam Tochter Sabine zur Welt und erweiterte die Familie, die sich am Madersbacherweg ihr Eigenheim errichtete. Zu den großen Glückserlebnissen zählte die Geburt der Enkelin 1996, zu den dramatischsten Ereignissen das Inn-Hochwasser 2005, bei dem das Haus schwer beschädigt wurde.
Zu Rudi Pardons Hobbies zählten Reisen und in jungen Jahren das Segeln, so war er auch mit den Wörgler Fahrtenseglern unterwegs. Rudi Pardon bleibt als großzügiger und hilfsbereiter Mensch in Erinnerung – der Museumsverein und der Verein Bruckhäusl aktiv werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

