Kapellen sind Orte der Einkehr und Andacht – und im Fall der neu aufgebauten Wörgler Dallnkapelle in der Wildschönauer Straße auch eine Gedenkstätte, die dem Wörgler Krippenvater Johann Seisl gewidmet ist. Am 28. März 2025 wurde das Kapellenjuwel, das ganzjährig tagsüber geöffnet ist, im Rahmen eines feierlichen Festaktes von Erzbischof Dr. Franz Lackner eingeweiht, nachdem sie bereits im Dezember 2024 rechtzeitig vor Weihnachten eröffnet wurde (siehe https://vero-online.info/krippenschaun-in-der-neuen-dalln-kapelle/).
Fahnenabordnungen der Traditionsvereine Rotes Kreuz, Kameradschaftsbund, Schützengilde und der Sepp Innerkofler Standschützenkompanie nahmen auf dem neu gestalteten Platz vor der Kapelle Aufstellung zur Segnungsfeier, die von der Bläsergruppe WizuBa Combo musikalisch umrahmt wurde. Kulturreferent Sebastian Feiersinger dankte nach Begrüßung der Ehrengäste allen, die an der Realisierung des Kapellenneubaues mitwirkten – allen voran Hans-Peter Gruber vom Verein der Wörgler Krippeler, der federführend Ideen zur Innenraumgestaltung einbrachte und über Monate viele Stunden ehrenamtliche Arbeit in die künstlerische Ausgestaltung investierte.
Warum ein Kapellen-Neubau?
Die 1889/90 errichtete Dallnkapelle gehörte einst zum Künstlerheim Seisls, wurde von diesem ausgestattet und lag direkt an der heute vielbefahrenen Wildschönauer Straße. Die Verlegung des Gebäudes, das nach Originalplänen nun etwas weiter südlich und abgerückt von der Straße neu gebaut wurde, ermöglichte auch die Anlage eines breiten Gehsteiges. Noch nicht fertiggestellt ist der Vorplatz der Kapelle, die der Stadtgemeinde Wörgl gehört – hier folgt noch die Begrünung sowie das Aufstellen von Ruhebänken.
„Eine Kapelle zu eröffnen ist selten und eine besondere Ehre“, erklärte Bürgermeister Michael Riedhart, der dankte und ebenso wie der stellvertretende Landesobmann der Tiroler Krippenfreunde Alois Aufschnaiter zum gelungenen Neubau gratulierte.
„Krippenkunst ist Verkündigung – Gott ist Mensch geworden. Die Kunst trägt zu Gott“, betonte Erzbischof Dr. Franz Lackner. Das Geschehen um Jesu Geburt stehe für die Bedeutung der Heiligen Familie, die ihren Stellenwert im heutigen Leben und Alltag haben solle: „Jesus hat 30 Jahre lang ganz normal gelebt, im grauen Alltag – Gott ist da zu finden.“
Nach der Kapellensegnung durch den Erzbischof dankte Pfarrprovisor Christian Hauser dem engagierten Krippenbauer Hans-Peter Gruber mit einem Geschenkskorb für dessen jahrzehntelanges Engagement im Wörgler Krippenverein, der die drei Wörgler Seislkrippen renovierte und ebenso wie die Freikrippe im Kirchhof betreut. Seisls Krippenkunst ist zur Weihnachtszeit im Seniorenheim und in der Stadtpfarrkirche zu bewundern, während die Museums-Krippe nun ganzjährig in der neuen Dallnkapelle besichtigt werden kann.
- Großer Tag für die neu gebaute Dallnkapelle – am 28. März 2025 fand die Einweihungsfeier mit Erzbischof Dr. Lackner statt.
- Unter den Gästen der Einweihungsfeier waren u.a. Pfarrer Hans Kurz und Vertreter der Wörgler Stadtpolitik wie der Landtagsabgeordnete STR Christian Kovacevic, Wörgls Ehrenbürger Maria Steiner und Hermann Hotter, Bgm. Riedhart, Vizebgm. Kayahan Kaya, Kulturreferent Sebastian Feiersinger, Verkehrsreferent Hubert Aufschnaiter und Wirtschaftsreferent Andreas Deutsch.
- Die Fahnenabordnungen der Traditionsvereine.
- Erzbischof Dr. Franz Lackner begrüßte mit Handschlag, wobei Pfarrkirchenratsobmann Hansi Mauracher (links) dem Bischof sein Gegenüber vorstellte. Hansi Mauracher wurde übrigens ebenfalls gratuliert – zum 76. Geburtstag!
- Erzbischof Dr. Lackner bei der Begrüßung.
- Glück für die Wörgler – die Einweihungsfeier blieb noch regenfrei…
- Mit feierlichen Bläserklängen umrahmte die WizuBa Combo die Segnungsfeier.
- Hans-Peter Gruber dankte und erinnerte an das Leben und Wirken Seisls. Gruber zeichnet für die Innenausstattung der Kapelle verantwortlich, die er als Erinnerungsort an den Wörgler Krippenvater Johann Seisl gestaltete, dessen „soziale Einstellung, Kreativität und Vielseitigkeit“ er bewundere.
- Gratulierte zum gelungenen Kapellen-Neubau: Alois Aufschnaiter, stellvertretender Obmann des Landesverbandes der Tiroler Krippenfreunde, der aktuell beim Aufbau einer Krippenbauschule in Südtirol hilft und sich über steigende Mitgliederzahlen freut.
- Erzbischof Lackner forderte bei der Segnung der Dallnkapelle dazu auf, „diesen Ort heilig zu halten“.
- Würzte seine Ansprache mit Anekdoten: Erzbischof Dr. Franz Lackner.
- Symbolischer Eröffnungsakt mit Durchschneiden eines Bandes – v.l. Pfarrkirchenratsobmann Hans Mauracher, Kulturreferent Sebastian Feiersinger, Bgm. Michael Riedhart, Erzbischof Dr. Franz Lackner, Hans-Peter Gruber und Pfarrprovisor Christian Hauser.
- Erzbischof Lackner beim Eintragen ins Kapellenbuch und ein glücklicher Hans-Peter Gruber, der sich ebenso wie Pfarrgemeinderatsobmann Heinz Werlberger und Pfarrprovisor Christian Hauser über die neue Kapelle freut (von links).
- Johann Seisl schuf die „Museums-Krippe“ zwei Jahre vor seinem Tod als letzte Großkrippe im Jahr 1931 für die damals neu erbaute Wörgler Spitalskapelle, die ebenso wie das Krankenhaus Wörgl abgerissen wurde. In der Dallnkapelle ist sie nun ganzjährig ausgestellt und kann täglich besichtigt werden.
- Nach dem Festakt blieb noch Zeit für Fotos und Smalltalk mit dem Erzbischof – hier mit Mitgliedern des Wörgler Krippenvereines.