Zwangsräumung in Wörgl

Die Tiroler Grünen nehmen mit einer Presseaussendung Stellung zur drohenden Räumung von 35 Wohnungen in der Wörgler Bahnhofstraße, die für die Grüne Landtagsabgeordnete Zeliha Arslan und die grüne Wörgler Gemeinderätin Iris Kahn mehr Fragen als Antworten aufwirft. „Ich verstehe, dass Bürgermeister Riedhart handeln muss, wenn die Baubestimmungen nicht eingehalten wurden. Aber 64 WörglerInnen im Juni einfach vor die Tür zu setzen, das kann es doch nicht sein“, erklärt Kahn, die „eine soziale Lösung im Sinne der Betroffenen mit Begleitmaßnahmen und keine Hauruckaktion“ einfordert.

Sie bringt unter anderem einen derzeit leerstehenden Teil des Senior:innenheims als Überbrückung ins Spiel. „Gemeinsam mit Vereinen und dem Land ist eine schnelle und ortsnahe Lösung zu finden“, appelliert Kahn an alle Beteiligten. Denn der Wörgler Wohnungsmarkt sei bereits jetzt überhitzt. Den Menschen drohe die Wohnungslosigkeit.

Die Grüne Wohnsprecherin Zeliha Arslan ruft den SPÖ-Wohnlandesrat Philipp Wohlgemuth auf, sich der Sache anzunehmen. „Hier ist eine Moderation dringend erforderlich. Es sollte im Interesse von SPÖ-Landesrat Wohlgemuth sein, dass nicht noch mehr Tiroler:innen dringend auf Wohnungssuche sind.“

Generell zeigen sich die Grünen irritiert über die Vorgehensweise des Bürgermeisters: „Einige der Bewohner:innen wohnen schon seit mehr als 20 Jahren in diesem Haus. Und plötzlich sollen sie ihre Wohnungen verlassen – ohne jegliche Unterstützung zu bekommen. Dabei können die Mieter:innen am allerwenigsten dafür“, so Arslan.

Eine gestern bei der Stadtgemeinde Wörgl angefragte Stellungnahme wurde bislang nicht abgegeben. (Anm. d. Red.)

Text: Tiroler Grüne/Sebastian Miller

Wörgls Grün-Gemeinderätin fordert eine soziale Lösung für die Betroffenen der Wohnungszwangsräumung in der Bahnhofstraße. Foto: Veronika Spielbichler