Neben dem traditionellen Frühjahrskonzert setzt die Bundesmusikkapelle Bruckhäusl seit Jahren mit dem Herbstkonzert in der Holzmeister-Kirche in Bruckhäusl einen zweiten Höhepunkt im Musikjahr, bei dem mit dem Kirchenraum angepasster Musikliteratur dessen Akustik wie auch das breite Klangfarbenspektrum sinfonischer Blasmusik inklusive Gesangseinlagen ausgelotet wird.
Am 18. Oktober 2026 war es wieder soweit – bis zum letzten Platz gefüllt war der Publikumsraum, als die Bundesmusikkapelle unter der Leitung von Bezirkskapellmeister Hannes Ploner unter Applaus einzog und den Abend feierlich mit der Komposition „Willkommen“ von Alexander Maurer eröffnete, bei dem sich Solisten im Publikum wie auch auf der Empore platzierten.
Die Eröffnungsfanfare „Alpina Fanfare“ von Franco Cesarini ließ danach alpine Klangfarben erstrahlen. Mit der symphonischen Dichtung „Finlandia“ setzte Hannes Ploner eines der beeindruckendsten Werke von Jean Sibelius aufs Programm, eine Reise vom Dunkel ins Licht voller Dramatik und Andacht, mündend in einen Choral voller strahlender Bläsersätze. Die Enigma Variation „Nimrod“ von Edward Elgar ist eines von 14 musikalischen Porträts des Komponisten, das der Freundschaft und dem Zusammenhalt gewidmet ist und das harmonische Zusammenspiel der Musikkapelle einmal mehr zum Ausdruck brachte.
Mit dem sinfonischen Konzertwerk „Eternal Vibrations“ des spanischen zeitgenössischen Komponisten Saül Gómez Soler gab die BMK Bruckhäusl einen musikalischen Vorgeschmack auf ihr Jubiläumsjahr 2027. Soler ist Hannes Ploners Lieblingskomponist, wie Moderator Armin Pfluger verriet. Mit dessen Werk Leonardos Dream punktete die BMK bereits beim Wertungsspiel. Fürs anstehende Jubiläum nahm Ploner Kontakt mit ihm auf – und bekam die Zusage, dass dieser ein Auftragswerk komponiere. Einzige Vorgabe: Es soll Bruckhäusl beschreiben – ein Dorf in zwei Gemeinden mit einem Bach dazwischen. Bis zur Aufführung beim Frühjahrskonzert 2027 wird u.a. via Videokonferenzen an der Umsetzung gearbeitet, über die sich „besonders das Schlagwerkregister freuen wird“, wie Pfluger mit Hinweis darauf meinte, dass Saül Gómez Soler selbst Schlagzeuger ist. Das Publikum kann sich an der Komposition auch beteiligen und Takte kaufen!
In die „jiddische Klangwelt“ entführte das Konzertwerk „The Eigth Candle“ von Steve Reisteter, das Bezug auf die 8. Kerze beim jüdischen Lichterfest nimmt, die für Hoffnung, Vollendung und Licht stehe. Aus ruhigen, geheimnisvollen Klängen entwickelt sich ein lebhafter, energiegeladener Tanz.
Bei „All My Heart“ des irischen Komponisten Michael Markowski zeigte die BMK Bruckhäusl einmal mehr ihre Chor-Qualität. Den prunkvollen Abschluss bildete die feierliche Prozessionsmusik „Elsa´s Procession to the Cathedrale“ aus Richard Wagners Oper Lohengrin, die Gänsehaut-Feeling garantierte, bevor das Herbstkonzert der BMK Bruckhäusl mit dem Danklied an Schöpfung „For the beauty of the earth“ von John Rutter und Standing Ovations des Publikums ausklang.







