Die Schlossbergspiele Rattenberg bringen in ihrer heurigen Spielsaison auf der romantischen Freilichtbühne am Rattenberger Schlossberg im Juli und August 2026 das Leben der Heiligen Notburga auf die Bühne. Der 1954 gegründete Theaterverein präsentiert damit das erste abendfüllende Stück der Schwazer Autorin Barbara Aschenwald, Regie führt Markus Völlenklee.
Am Schlossberg von Rattenberg beginnt die Erzählung: Ein alter, verwitterter Engel – Relikt aus einer Zeit, in der der Himmel noch bevölkert schien – blickt zurück auf das Leben der Heiligen Notburga. Mit müder Stimme und scharfem Blick führt er das Publikum durch eine Geschichte, die zwischen Legende und Gegenwart oszilliert und dabei zentrale Fragen nach Gerechtigkeit, Glauben und Menschlichkeit aufwirft.
Im Zentrum steht Notburga – ein Findelkind, das in einfachen Verhältnissen aufwächst und später zur Beschließerin auf der Rottenburg aufsteigt. Tief verwurzelt im christlichen Glauben und getragen von der Überzeugung, Teil eines größeren Plans zu sein, widmet sie ihr Leben den Bedürftigen. Als
Nährmutter der Armen versorgt sie die Bettler vor den Toren der Burg mit den Resten der gräflichen
Tafel – ein Akt der Nächstenliebe, der bald zum Konflikt wird.
Mit dem Eintreffen der neuen Burgherrin Ottilie verändert sich die Welt grundlegend: Was zuvor als Tugend galt, wird plötzlich als Verschwendung verurteilt. Neue Werte halten Einzug – geprägt von
Besitzdenken, Kontrolle und wachsender sozialer Kälte. Notburga wird des Ungehorsams bezichtigt
und aus der Rottenburg verstoßen. Von einem Moment auf den anderen verliert sie alles – ihre
Stellung, ihre Sicherheit und scheinbar auch den Schutz Gottes.
Doch gerade im tiefsten Fall beginnt ihre eigentliche Reise. Als Dienstmagd beim Spiessenbauern in
Eben am Achensee lebt sie ein einfaches Leben – begleitet von einem unsichtbaren Engel, der ihr
Schicksal lenkt. „Notburga – die Feierabendheilige“ ist eine zeitlose Parabel über Werte, die in unserer Gesellschaft aktueller sind denn je. Die ikonische Szene, in der Notburga ihre Sichel in den letzten Sonnenstrahl hängt und damit den Feierabend verteidigt, wird zum Symbol für Würde, Grenzen und den Mut, für das Richtige einzustehen.
Die Autorin: Barbara Aschenwald
Barbara Aschenwald, geboren 1982 in Schwaz, ist Magistra der Vergleichenden Literaturwissenschaften. Neben ihrer literarischen Tätigkeit ist sie auch ausgebildete landwirtschaftliche Facharbeiterin. Bereits früh wurde ihr Schreiben ausgezeichnet: 2002 erhielt sie den Rimbaud-Preis. Mit ihrem Debüt „Leichten Herzens“ gelang ihr 2010 ein besonderer Erfolg – als bisher einzige Tirolerin wurde ihr der renommierte Jürgen Ponto-Preis verliehen. Für ihren Roman „Omka“ erhielt sie 2011 das Große Landesstipendium des Landes Tirol. 2019 wurde sie zudem mit dem Großen Förderstipendium der LITERAR-MECHANA ausgezeichnet.
Parallel zu ihrer literarischen Laufbahn absolvierte Barbara Aschenwald eine Ausbildung zur Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerin (DGKP), die sie 2020 mit Auszeichnung abschloss.
Heute arbeitet sie im Dialysezentrum Schwaz. Mit „Notburga – die Feierabendheilige“ legt Barbara Aschenwald ihr erstes abendfüllendes Theaterstück vor.
Regisseur Markus Völlenklee zählt in Tirol seit Jahrzehnten zu den prägenden Persönlichkeiten des
Theaterlebens. Über viele Jahre hinweg war er den Tiroler Volksschauspielen als Schauspieler,
Regisseur und künstlerischer Leiter eng verbunden. Seine Arbeiten zeichnen sich durch ein feines
Gespür für Sprache, Figuren und die Verbindung von Tradition und Gegenwart aus.
Nach seiner ersten Inszenierung bei den Schlossbergspielen Rattenberg im Jahr 2025 mit „Vollmond
– Ein Land jagt den Wolf“ kehrt Markus Völlenklee nun an den Schlossberg zurück und setzt seine
künstlerische Arbeit in diesem besonderen Rahmen fort.
Peter Wolf ist freischaffender Schauspieler und seit diesem Jahr künstlerischer Leiter der
Schlossbergspiele Rattenberg. Mit seiner langjährigen Bühnenerfahrung und seiner vielseitigen
künstlerischen Tätigkeit zählt er zu den prägenden Theaterpersönlichkeiten der Region.
Seit 2012 ist er regelmäßig bei den Tiroler Volksschauspielen in Telfs engagiert.
Im erfahrenen Ensemble der Schlossbergspiele Rattenberg wirken auch heuer wieder Mitglieder der Gaststubenbühne Wörgl mit, darunter Lillith Pointner als Schlossherrin.
Nach der Premiere am 3. Juli (bei Regen Ersatztermin 4.7.) und der geschlossenen Aufführung am 5.7. stehen weitere Vorstellungen am 8., 9., 10., 11., 13., 14., 22., 23., 24., 28., 29., 30. Und 31. Juli sowie am 4., 5., 6. Und 7. August am Spielplan. Kartenreservierung und Gutscheinkauf online www.schlossbergspiele-rattenberg.at
Quelle: Schlossbergspiele Rattenberg
