SPÖ stellt Weichen für die Landtagswahl 2027

Kein Wahlkampfstart, aber die administrative Vorbereitung, um sich im Jahr vor der Landtagswahl im September 2027 auf die politische Arbeit zu konzentrieren – mit dieser Erklärung eröffnete der SPÖ-Spitzenkandidat im Bezirk Kufstein Christian Kovacevic am 19. August 2026 die Präsentation der Bezirksliste. Vor allem die Bereiche leistbares Wohnen, Mobilität mit Öffi-Ausbau und erschwingliche Freizeitgestaltung stehen auf der Themenliste ganz oben.

Bei der SPÖ-Bezirkskonferenz am 11. Juni 2026 wurde der Wörgler Landtagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende Christian Kovacevic mit 100 Zustimmung erneut zum Spitzenkandidat der SPÖ im Bezirk Kufstein und das Team der weiteren neun Listenplätze mehrheitlich gewählt. „Die Liste stellt eine ausgewogene Mischung aus politischer Erfahrung und neuen Perspektiven dar“, so Kovacevic, der sich über den Neuzugang aus der jüngeren Generation freut. Auf Listenplatz 2 rangiert die SPÖ-Landesgeschäftsführerin Eva-Steibl-Egenbauer (Jg. 1995) aus Wörgl. Danach folgen Tobias Gasser (Jg. 2001) aus Alpbach, Irem Koca (Jg. 2002) aus Kufstein, Christian Mussner (Jg. 1980) aus Wörgl, Bianca Bichler (Jg. 1996) aus Kirchbichl, Johann-Peter Ager (1958) aus Bad Häring, Beate Pargger (1965) aus Ebbs, Manfred Farbmacher (1986) aus Wörgl und Irmgard Egger (1962) aus Kirchbichl.

Bis zum Wahltag – voraussichtlich im September 2027 – wolle man in der bestehenden Koalition mit der ÖVP weiterarbeiten: „Die Kooperation ist sehr gut, auch zwischenmenschlich passt die Basis“, so Kovacevic, der noch „politische Pflöcke einschlagen“ und SPÖ-Themen voranbringen will. Kovacevic ist seit 9 Jahren auf Bezirksebene aktiv, war im Nationalrat, ist seit 2022 im Landtag, seit 2026 stellvertretender SPÖ-Clubobmann und seit 2025 stellvertretender Parteiobmann.

Im Zentrum stehe, „wie das Leben im Bezirk Kufstein leistbar und lebenswert bleiben kann“. Wichtig seien keine Kürzungen bei der Wohnbauförderung, ein deutlicher Öffi-Ausbau inklusive Mobilitätsangebote für die „letzte Meile“ mit Anbindung der Seitentäler und kostengünstige Freizeitgestaltung mit sportlichen und kulturellen Aktivitäten – inklusive eines Comebacks für „Einheimischen-Tarife“. Und hinsichtlich ganzjähriger Schwimmflächen ist Kovacevic „guter Dinge, eine tragfähige Lösung zu finden.“

SPÖ-KandidatInnen stellen sich vor

Eva Steibl-Egenbauer zog vor 5 Jahren aus dem Bezirk Innsbruck Land nach Wörgl, studierte Betriebswirtschaft und ist seit ihrer Jugend politisch aktiv. Erfahrungen sammelte sie zweieinhalb Jahre in Brüssel als parlamentarische Mitarbeiterin. Themen mit EU-Bezug hält sie für Tirol für besonders relevant. Als SPÖ-Frauenvorsitzende erlebe sie den Bezirk Kufstein als „hartes Pflaster“, ein besonders großes Anliegen sei ihr Gewaltschutz für Frauen und Kinder und damit der Ausbau entsprechender Einrichtungen. Auf ihrer Prioritätenliste stehen ebenso Themen wie Frauengesundheit oder Bezahlung der Care-Arbeit.

Tobias Gasser studiert Politikwissenschaft. Er will „das jede und jeder sich ein gutes Leben in meinem Heimatbezirk aufbauen kann.“ Persönlich stehen für ihn Interessen der jungen Menschen im Vordergrund – diese politisch hör- und spürbar zu machen. Zur Lebensqualität zähle Teilhabe am kulturellen Leben. Gasser bedauert „die starke Abnahme der Club-Szene“, will sich für verbesserte Mobilitätsangebote für Junge ohne Auto in den Seitentälern und damit auch für Nachtbusse einsetzen. Leistbare Preise bei Mobilität und Wohnen sowie gute Jobchancen sind ihm auch ein Anliegen.

Auf dem 5. Listenplatz kandidiert der Wörgler Christian Mussner, Landessektretär der Gewerkschaft VIDA. Wertschätzung der ArbeitnehmerInnen und eine Attraktivierung der dualen Ausbildung mit der Lehre sind ihm ebenso Anliegen wie die Kulturszene. Als Schlagzeuger der ehemaligen Punkband Unexplained komme er aus der Subkultur: „Unser Land ist stark genug, Vielfalt auszuhalten“, meint Mussner, der Integration und Sicherheit  als Herausforderung sieht – und diese Themen „rationalisieren, nicht emotionalisieren“ will.

Innsbruck, Wien und Spanien waren bisher Lebenswelten von Bianca Bichler. Sie studierte Politikwissenschaft, ging 2021 nach Brüssel, arbeitet dort im Büro von Andreas Schieder: „Ich weiß, wie es ist, woanders zu leben und dann nach Tirol zurück zu kommen. Schön!“ Als große Herausforderung sieht sie den Verkehr und Transport – es gelte, hier weiterhin steuernd einzugreifen. EU-Gelder für Tirol zu holen, etwa für Leader-Projekte, ist ihr ebenso wichtig wie Kultur, Jugend und Dorferneuerung.

Im Hinblick auf das erwartete EUGH-Urteil zu Transitverkehrsbeschränkungen geht Kovacevic davon aus, dass durch Anpassung der Luftschadstoffgrenzen an gültige niedrigere Schwellenwerte Tirols restriktive Maßnahmen noch einige Jahre gerechtfertigt werden können. Auf lange Sicht brauche es bei der Verkehrspolitik „ein geschlossenes Auftreten aller Parteien im Land.“

„Ich freue mich sehr, mit einem so starken und motivierten Team in die kommende Landtagswahl zu gehen“, erklärte Kovacevic. Und weiter: „Wir wollen die Zeit bis zur Wahl nutzen, um weiter nah bei den Menschen zu sein, zuzuhören und unsere politischen Schwerpunkte konsequent weiterzuentwickeln.“

Präsentation der SPÖ-Bezirksliste in Wörgl – v.l. Christian Mussner, Eva Steibl-Egenbauer, Christian Kovacevic, Tobias Gasser und Bianca Bichler. Foto: Veronika Spielbichler
Einstimmig von der Bezirksorganisation zum SPÖ-Bezirks-Spitzenkandidat gewählt: Christian Kovacevic. Foto: Veronika Spielbichler
„Doppelspitze“ aus Wörgl: Spitzenkandidat Christian Kovacevic und die Zweitgereihte Eva Steibl-Egenbauer.
SPÖ-Bezirks-Spitzenkandidat Christian Kovacevic (Mitte) mit weiteren KandidatInnen – v.l. Christian Mussner, Eva Steibl-Egenbauer, Tobias Gasser und Bianca Bichler. Foto: Veronika Spielbichler