„Wer Menschen vorführt, führt nicht“, stellt die Fraktionsführerin GR Patricia Kofler von der Liste Wir für Wörgl – Liste Roland Ponholzer an den Beginn ihrer Stellungnahme, in der sie den politischen Führungsstil in Wörgl scharf kritisiert.
„Die jüngsten Personalentscheidungen im Wörgler Gemeinderat geben aus Sicht von Wir für Wörgl Anlass zu großer Sorge. In der Gemeinderatssitzung vom 1. Juli 2026 setzte Bürgermeister Michael Riedhart ohne vorherige Information eine Stadträtin der eigenen Fraktion ab und berief zudem ein grünes Aufsichtsratsmitglied ohne persönliches Gespräch von seiner Funktion ab. Für uns geht es dabei längst nicht mehr um einzelne Personalentscheidungen. Vielmehr stellt sich die grundsätzliche Frage, wie politische Führung in Wörgl verstanden und gelebt wird“, erklärt Kofler.
„Respekt ist kein politisches Entgegenkommen, sondern die Grundlage jeder funktionierenden Zusammenarbeit. Wenn Menschen in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung ohne Vorankündigung mit weitreichenden Entscheidungen konfrontiert werden, entsteht der Eindruck, dass persönliche Betroffenheit und Demütigung bewusst in Kauf genommen werden. Ein solcher Umgang entspricht nicht dem Anspruch einer modernen, verantwortungsvollen Gemeindepolitik“, schreibt Kofler.
„Politischer Umgang prägt das Klima einer Stadt. Nach Ansicht von Wir für Wörgl handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Der Umgangston und die politische Zusammenarbeit innerhalb der Stadtpolitik waren aus Sicht der Liste bereits mehrfach Gegenstand öffentlicher Diskussionen“, so Kofler weiter. „Wenn mangelnder Respekt und fehlender persönlicher Dialog über Jahre hinweg immer wieder zum Thema werden, sprechen wir nicht mehr über Einzelfälle, sondern über einen Führungsstil, der das politische Klima und das Vertrauen in die Stadtpolitik nachhaltig belastet“, betont Kofler.
„Die aktuellen Ereignisse zeigen aus Sicht der Fraktion nicht nur Defizite in der Kommunikation, sondern werfen grundlegende Fragen zum Führungsverständnis des Bürgermeisters auf. Gute Führung bedeutet, Menschen einzubinden, Gespräche zu suchen und auch in schwierigen Situationen mit Respekt und Augenmaß zu handeln. Gerade dieser Anspruch ist in den vergangenen Jahren zunehmend verloren gegangen“, meint Kofler.
Vertrauen entsteht durch Respekt
„Dass ich bei der Vizebürgermeister-Wahl auch über die eigene Fraktion hinaus Unterstützung erhalten habe, werte ich als klares Zeichen des Vertrauens in eine sachliche, verbindende und respektvolle Politik. Nach den jüngsten Personalentscheidungen bin ich zudem die einzige Frau im Wörgler Stadtrat. Das verstehe ich als besondere Verantwortung, mich für eine Politik einzusetzen, die auf Dialog, Respekt und Zusammenarbeit basiert. Unterschiedliche Perspektiven stärken politische Entscheidungen – Vielfalt in Führungsfunktionen ist dafür unverzichtbar“, teilt STR Astrid Rieser mit.
Gemeinderat Gottfried Schneider ergänzt: „Politik muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Parteipolitische Taktik und strategisches Ausbooten dürfen in Wörgl keinen Platz haben. Wer Verantwortung für unsere Stadt übernimmt, hat Anspruch auf Respekt und einen fairen Umgang – unabhängig von Funktion oder politischer Zugehörigkeit.“
„Wir für Wörgl steht für eine Politik des Respekts, des offenen Dialogs und der Verantwortung. Entscheidungen sollen nachvollziehbar, transparent und im persönlichen Austausch getroffen werden – nicht überraschend und ohne Gespräch. Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen, gegenseitiger Wertschätzung und der Bereitschaft, gemeinsam die besten Lösungen für unsere Stadt zu erarbeiten. Persönliche Befindlichkeiten oder Machtdemonstrationen dürfen dabei niemals im Vordergrund stehen. Wir wollen eine politische Kultur, in der Respekt stärker ist als Macht, Dialog wichtiger ist als Inszenierung und die Interessen der Wörglerinnen und Wörgler stets an erster Stelle stehen. Dafür stehen wir als Wir für Wörgl“, so Patricia Kofler abschließend.
