Nach der Gemeinderatssitzung bekräftigt die Fraktion „Wir für Wörgl“ ihre Kritik an der ÖROK-Änderung für das geplante Schwimmbad am „Scheiberfeld“ am 3.9.2026 mittels Presseaussendung. Fraktionsführerin und Gemeinderätin Patricia Kofler fordert Bürgermeister Michael Riedhart zu einer Kurskorrektur und zur sofortigen Prüfung einer Neubauvariante am WAVE-Areal auf.
„Ein Millionenprojekt zuerst politisch festzulegen und mögliche Alternativen nicht umfassend zu prüfen, ist für mich keine transparente Entscheidungsfindung. Wörgl braucht endlich wieder eine ganzjährige Schwimmlösung. Aber bei einem der größten Projekte unserer Stadt muss zuerst geklärt werden, welcher Standort wirtschaftlich, nachhaltig und langfristig der Beste ist“, erklärt Kofler.
„Eine umfassende und nachvollziehbare Gegenüberstellung der Standorte WAVE und Scheiberfeld wurde dem Gemeinderat bislang nicht vorgelegt. Auch die vergleichende Untersuchung der beiden Standorte war nicht Gegenstand der nun vorliegenden raumplanungsfachlichen Beurteilung. Die Prüfung des WAVE-Standortes ist seit Jahren überfällig“, meint Fraktionsführerin GR Patricia Kofler. „Es kann nicht sein, dass Millionen verplant werden, während eine mögliche Alternative auf stadteigenem Grund nicht umfassend geprüft wird. Erst vergleichen, dann entscheiden – so geht verantwortungsvolle Politik“, so Kofler.
Auch nach dem Abriss des Bestandsgebäudes und der bereits erfolgten Vergabe eines Teils der Flächen im Baurecht sei das WAVE-Areal als Schwimmbadstandort nicht ausgeschieden: „Die verfügbaren Grundstücksflächen der beiden Standorte sind grundsätzlich vergleichbar. Das WAVE-Areal bietet weiterhin ausreichend Fläche für die Prüfung und Realisierung einer Neubauvariante. Gleichzeitig sind dort wesentliche Infrastruktur, Verkehrserschließung sowie Ver- und Entsorgung bereits vorhanden.“ Einer Modellrechnung zufolge sei eine Mindestbelastung von rund 42,6 Millionen Euro fürs BADL gegenüber rund 32,5 Millionen Euro beim WAVE zu erwarten. „Warum sollen die Wörglerinnen und Wörgler über zehn Millionen Euro für die Nutzung eines fremden Grundstücks bezahlen, wenn die Stadt selbst über einen möglichen Standort verfügt, dessen ernsthafte Prüfung seit Jahren aussteht? Diese Frage muss beantwortet werden“, fordert Kofler.
Kofler weist zudem auf die Mehrkosten am Scheiberfeld durch die Lage in einer archäologischen Fundzone hin, die vor einer Bebauung umfassende archäologische Maßnahmen erfordert. Auch die Sorgen der Anrainer müssten berücksichtigt werden: „In zahlreichen eingebrachten Stellungnahmen werden unter anderem die bereits bestehende Verkehrsbelastung, zusätzliche Lärm-, Licht- und Abgasimmissionen, das geplante Parkhaus sowie mögliche Beeinträchtigungen der Wohnqualität thematisiert. „Die Sorgen der Anrainerinnen und Anrainer müssen ernst genommen werden. Wenn wir neben einem Wohngebiet beinahe vier Meter hohe Lärmschutzmaßnahmen brauchen, um ein Schwimmbad verträglich zu machen, müssen doch alle Alarmglocken läuten. Ein Schwimmbad soll Lebensqualität schaffen – und nicht neue Belastungen für die Menschen, die dort wohnen“, so Kofler.
„Jetzt kann man noch korrigieren. Für Wir für Wörgl geht es ausdrücklich nicht darum, ein neues Schwimmbad zu verhindern oder weiter zu verzögern. Familien, Schulen, Vereine, Kinder und Senioren brauchen endlich wieder eine ganzjährige Schwimmlösung“, erklärt Kofler. „Es ist keine Stärke, an einer Entscheidung festzuhalten, nur weil man sie einmal getroffen hat. Stärke heißt, die Fakten anzuschauen und einen falschen Kurs rechtzeitig zu korrigieren. Noch können wir vergleichen und die bessere Lösung wählen. Wenn die Millionen ausgegeben und die Flächen verbaut sind, ist es zu spät.“
Kofler fordert Bürgermeister Riedhart daher auf, die Neubauvariante am WAVE unverzüglich und ergebnisoffen prüfen zu lassen und dem Gemeinderat eine nachvollziehbare wirtschaftliche, infrastrukturelle und raumplanerische Gegenüberstellung beider Standorte vorzulegen. „Es geht nicht darum, wer gestern recht hatte. Es geht darum, was morgen für Wörgl richtig ist. Wörgl braucht endlich ein leistbares Ganzjahresbad – und dafür müssen wir den wirtschaftlich und langfristig besten Standort wählen“, heißt es abschließend in der Aussendung.
